
var aufmacher_001 = 'Erlangen, Deutschland 17.08.00 (0 km) \n\
Ganz schön flau in Hirn und Bauch - so kurz vor dem Abschied aus Deutschland. In wenigen Tagen werde ich mich auf den Drahtesel schwingen und von einem Moment auf den anderen aus dem geregelten Leben herausradeln.';

var aufmacher_002 = 'Triesen, Liechtenstein 28.08.2000 (497 km) \n\
Es duftet intensiv nach frisch gemähtem Gras. Und noch ein Duft steigt auf, ein lange nicht mehr vernommener: der Geruch von Freiheit. Langsam begreife ich auch in den hinteren Hirnwindungen, was los ist. Das hier ist keine gewöhnliche Tour durch Süddeutschland. Die große Reise hat begonnen. In den nächsten Jahren kann ich meinen Lenker drehen, wohin ich will.';

var aufmacher_003 = 'Rijeka, Kroatien 05.09.2000 (1.321 km) \n\
Seit der Einreise nach Italien häufen sich die Plattfüße. In Trient ist am Morgen der Reifen weich, mit einmal Aufpumpen komme ich bis Vicenca. Dort flicke ich den Schlauch. Es ist ein winziges Loch drin. Am folgenden Nachmittag wieder Druckverlust. Kein schlecht geklebter Flicken, wie ich zunächst vermute, sondern ein neues kleines Loch.';

var aufmacher_004 = 'Rijeka, Kroatien 11.09.01 (1.534 km) \n\
Zu allem Überfluß halten die beiden letzten jugoslawischen Teilstaaten in zwei Wochen auch noch Wahlen ab, was die ohnehin labile Lage noch um einiges heißer macht. Das Auswärtige Amt rät auf seiner Internet-Seite von Reisen nach Montenegro um diese Zeit ab. Man vermutet, daß Montenegro Milosevic abwählen und sich unabhängig machen will. Wie würde in einem solchen Fall Belgrad reagieren?';

var aufmacher_005 = 'Kupari (bei Dubrovnik), Kroatien 19.09.2000 (2.256 km) \n\
Islam Grcki, Kasic und Smilcic - nahe der Hafenstadt Zadar - sind an der Straße ausgeschildert wie Rijeka, Split oder Dubrovnik. Sie sind auf der Karte eingezeichnet wie jeder andere Ort auch. Aber sie existieren nicht mehr, sie sind tot - es sind heute nur noch Geisterdörfer.';

var aufmacher_006 = 'Tuzi, Montenegro 22.09.2000 (2.456 km) \n\
Dunkle Wolken kommen im Tiefflug entgegen und verdunkeln das grüne Hügelland. Die wenigen Ortschaften, die es hier noch gibt, wirken leer und düster. Ein UN-Fahrzeug pendelt ständig hin- und her und macht damit mehr Verkehr als die restlichen Autos. Irgendwie stellt sich wieder einmal dieses Ende-der-Welt-Gefühl ein.';

var aufmacher_007 = 'Tirana, Albanien 27.09.2000 (2.651 km) \n\
Dort ist man von Albanien nur durch ein paar Mittelmeer-Kilometer getrennt. Viele Albaner haben in der Zeit der hermetischen Abschottung versucht, schwimmend zu der griechischen Insel zu fliehen. Viele der Fluchtversuche wurden vereitelt - wie an der innerdeutschen Grenze durch Todesschüsse.';

var aufmacher_008 = 'Saranda, Albanien 04.10.2000 (3.033 km) \n\
Auf inzwischen viel zu schmalen Straßen tummelt sich, was gut und teuer ist: Mercedes, Volvo, BMW, manch bulliger Geländewagen. "Woher kommt eigentlich das viele Geld?" - "Waffen, Drogen, Menschenhandel", erklärt Beni, ohne auch nur eine Sekunde nach einer Antwort zu suchen. "Geht alles über den Hafen von Vlora nach Italien."';

var aufmacher_009 = 'Alexandroupolis, Griechenland 15.10.2000 (3.941 km) \n\
Der angestiegene Grundwasserpegel hat Teile der Ruinen allerdings unter Wasser gesetzt. Wo vor über zweitausend Jahren im Halbrund des Theaters die Künstler standen, hüpfen heute Frösche in trübes grünes Wasser. Auch Schildkröten haben in der undurchsichtigen Brühe zwischen den antiken Steinen ein Zuhause gefunden.';

var aufmacher_010 = 'Istanbul, Türkei 24.10.2000 (4.379 km) \n\
Autobahnfahrten sind langweilig. Schon mit dem Auto sind sie langweilig, mit dem Fahrrad sind sie ziemlich ätzend. Um jede Ansiedlung fährt man herum und damit reist man an den Menschen vorbei. Zu den Autofahrern hat man nicht einmal Blickkontakt, dazu sind sie viel zu schnell. Menschen gibt es auf Autobahnen nur verpackt in Metall - stundenlang nur verpackte, schnelle Menschen.';


var aufmacher_011 = 'Anamur, Türkei 08.11.2000 (5.495 km) \n\
Jetzt ist der Blick des Wachmannes durch einen breiten Pfosten zwischen den Fenstern verdeckt. Mensch - das sieht gut aus! Sekunden später bin ich an ihm vorbeigehuscht. Und wieder nur Sekunden später höre ich Pfiffe hinter mir. Aufgeregte Pfiffe. Gern würde ich mich umschauen, um seinen Tanz zu sehen, aber ich überhöre das Pfeifen lieber und fahre weiter.';

var aufmacher_012 = 'Aleppo, Syrien 18.11.2000 (6.150 km) \n\
Hier beginnt der attraktive, streckenweise atemberaubende Abschnitt der Küstenstraße, der sich über Anamur bis nach Mersin zieht. Die Straße windet sich bergauf durch frische, harzig duftende Nadelwälder; mitunter meine ich Honig zu riechen. Aus 500 Metern Höhe bieten sich grandiose Ausblicke auf das tiefblaue Mittelmeer. Dann fällt die Straße ab auf Meereshöhe, quert einen Flußlauf, um gleich dahinter wieder anzusteigen. Was auf der Landkarte wie eine bequem zu radelnde Flachetappe aussieht, entpuppt sich als kräftezehrende Achterbahn.';

var aufmacher_013 = 'Damaskus, Syrien 26.11.2000 (6.571 km) \n\
Aleppo, ganz im Norden Syriens, ist eine alte quirlige arabische Stadt und seit römischen Zeiten ein wichtiges Handelszentrum zwischen Asien und Europa. Von oben betrachtet - etwa von der Zitadelle oder vom Minarett der Großen Moschee - ein Meer von Würfelhäusern im Einheitsgrau. Von unten betrachtet voll pulsierenden Lebens. In den engen Basarstraßen wird produziert, transportiert, angepriesen, gefeilscht und verkauft. Mit Säcken beladene Esel traben durch die Gassen, hochbepackte Fahrräder klingeln sich den Weg frei.';

var aufmacher_014 = 'Damaskus, Syrien 06.12.2000 (6.651 km) \n\
Ramadan hat gestern begonnen, der moslemische Fastenmonat. In den Ministerien in Saudi-Arabien scheinen nun alle Räder stillzustehen. Nachdem ein halbes Jahr lang nichts passiert ist, hat die Botschaft die Hoffnung auf eine Antwort jetzt aufgegeben.';

var aufmacher_015 = 'Damaskus, Syrien 15.12.2000 (6.689 km) \n\
In Damaskus bin ich mittlerweilen bekannt. Der Wirt in der Felaffel-Bude grüßt mich schon seit langem mit Handschlag. Er ruft dem Jungen, der die Kichererbsenbälle mit dem Salat in das Fladenbrot einwickelt, dann immer zu: "Einmal Felaffel Spezial" - eine besonders große Portion für gerade mal 70 Pfennige.';

var aufmacher_016 = 'Wadi Musa, Jordanien 26.12.2000 (7.299 km) \n\
Am nächsten Morgen der knock out. Auf dem Konsulat eröffnet man mir, daß während des Ramadan nur Pilgervisa bearbeitet würden. Ausnahmslos! Aber warum sagen sie das erst jetzt? Das haben sie vor zwei Wochen doch auch schon gewußt. - Die Bearbeitungszeit des Visums nach dem Ramadan, sagen sie, betrage drei bis vier Tage. \n\
Kurze Kalkulation. Ramadan ist in zwei Wochen zu Ende, dann schließen sich drei Feiertage an. "Drei, vier Tage Bearbeitungszeit" ist die arabische Umschreibung für "ein oder zwei Wochen". Das Entscheidende aber: Gut möglich, daß sie in zwei Wochen sagen, daß Visa nur an Menschen mit kurzen Nasen ausgegeben werden. Ich werde hier nicht auf die nächste Überraschung warten!';

var aufmacher_017 = 'Sharm el Sheikh, Ägypten 06.01.2001 (7.809 km) \n\
Nachdem die Saudis mich nicht einreisen lassen wollen, werde ich nun versuchen, entlang der Westküste des Roten Meeres nach Port Sudan zu radeln, um dort ein Schiff nach Jemen zu nehmen. Dieser direkte Weg nach Port Sudan war jahrzehntelang gesperrt, weil er im Süden Ägyptens durch Militärgebiet führt. Gerüchteweise öffnet er sich jetzt jedoch allmählich.';

var aufmacher_018 = 'Cairo, Ägypten 20.01.2001 (8.445 km) \n\
Nur sieben Kilometer israelische Küste trennen mich von Ägypten. Doch auch Israel ist für mich verbotenes Land, weil Sudan und Jemen niemanden einreisen lassen, bei dem der Hinweis auf einen Israel-Besuch im Paß zu entdecken ist. Das muß nicht der israelischen Stempel selbst sein - den kann man sich auch auf ein Extra-Blättchen drücken lassen. Der Ausreisestempel Jordaniens und der Einreisestempel Ägyptens an den Grenzposten zu Israel reichen aus.';

var aufmacher_019 = 'Jeddah, Saudi Arabien 02.02.2001 (8.690 km) \n\
"DEATH for Drug Trafficker" steht rot und groß und fett auf dem Einreiseformular, das mir ein Besatzungsmitglied der "Pride of Salam" in die Hand gedrückt hat. Darunter kleiner die etwas nähere Erläuterung: Todesstrafe für Drogenschmuggel und Drogenhandel. Begrüßung auf Saudi-Arabisch. Da bleibt nur zu hoffen, daß einem niemand unbemerkt was ins Gepäck steckt.';

var aufmacher_020 = 'Jizan, Saudi Arabien 16.02.2001 (9.757 km) \n\
Nein - der Asphalt ist hier nicht vergoldet und der Sprit kostet nicht nichts, sondern doch immerhin die Schutzgebühr von 60 Pfennigen. Dem Otto-Normal-Saudi quillt das Geld nicht aus dem weißen Hemdkragen heraus. Auch er muß sich Gedanken darüber machen, wo er den Urlaub mit seiner Familie einigermaßen günstig verbringt (beliebt sind Syrien oder Ägypten - Verfügbarkeit von Alkohol spricht nicht gegen diese Destinationen), und er zieht das japanische Auto dem unwirtschaftlichen Ami-Schlitten vor.';


var aufmacher_021 = 'Manakha, Jemen 23.02.2001 (10.212 km) \n\
800 Kilometer Eskorte durch Saudi-Arabien. Wenn ich nur wüßte, wer das befohlen hat. Ist es eine Kettenreaktion, die auf der "Non-Moslems Road" bei Mekka eher zufällig begann? Dort hatte ein Polizist von seiner Zentrale den Auftrag erhalten, mich zu begleiten. Von diesem Moment an klebten immer wieder neue Polizeiwagen an meinen Pedalen. Wenn ich in einem Ort länger verweilen wollte, fragten die Fahrer, an welchem Tag und um wieviel Uhr ich weiterfahren wolle. Spätestens zehn Minuten vor der Abfahrt wartete dann ein weißblauer Wagen mit kreisendem Blaulicht vor der Unterkunft.';

var aufmacher_022 = 'Al Mukha, Jemen 06.03.2001 (10.739 km) \n\
Bis kurz vor die Grenze hat mich wieder ein saudischer Polizeiwagen begleitet. Der letzte von etwa 30 in den vergangenen Tagen. 800 Kilometer Eskorte durch Saudi-Arabien, eines der sichersten Länder der Erde, gehen damit zu Ende. Im Jemen, wo ich mich ein bißchen vor den Entführungen fürchte, bin ich nun also allein. \n\
Selten habe ich einen so harten Kontrast zwischen zwei aneinandergrenzenden Ländern gesehen wie hier zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen. Dort drüben fließen Strom und Wasser bis in jeden kleinen Dorfhaushalt, hier ist Strom Luxus, und Wasser wird in Kanistern vom Brunnen geholt. Kein Pickup fährt ohne Passagiere auf der Ladefläche, Motorräder sind mit drei oder vier Mann besetzt. Die Kleidung vieler Menschen ist zerlumpt, man sieht Bettler, Kranke und Krüppel auf den Straßen.';

var aufmacher_023 = 'Dikhil, Djibouti 14.03.2001 (10.901 km) \n\
Die Gewalt des Windes übertrifft nun alles, was wir bisher erlebt haben. Das Boot tanzt auf dem Wasser wie die sprichwörtliche Nußschale. Ich klammere mich an der Brüstung fest, um nicht über Bord zu gehen, und versuche, im Gesicht des Steuermannes wieder den Ernst der Lage abzulesen. Der hat gerade seinen Ersatzmann nach hinten gerufen, um sich mit ihm zu beraten. Sie sind beide angespannt. Jedesmal, wenn das Boot bedenklich nach vorn oder zur Seite kippt, raunt die Besatzung im Chor, als wollte sie sagen: Diese Welle hättet ihr aber auch besser nehmen können.';

var aufmacher_024 = 'Addis Abeba, Äthiopien 30.03.2001 (11.853 km) \n\
Zwei Kilometer weiter erreiche ich das Ende einer schier endlosen Schlange stehender Lastwagen. Dann führt die Piste auf eine leichte Anhöhe, von der aus ich weit vorne wogendes Wasser zu sehen glaube. Als würde dort ein wilder Fluß fließen. Das kann natürlich nicht sein. Ein Fluß wäre so fremd hier in der Wüste wie ein Nashorn auf dem Autobahnkreuz Frankfurt West.';

var aufmacher_025 = 'Addis Abeba, Äthiopien 27.04.2001 (12.049 km) \n\
Zusammen sind Muttern und ich durch den Norden des Landes gereist. Unbedingt zeigen wollte ich ihr die monolithischen Felsenkirchen in Lalibela. Vor fast 1000 Jahren sind die Äthiopier auf die aberwitzige Idee gekommen, Felsblöcke aus der Tiefe des Gesteins herauszumeißeln, um dann Kirchen aus den freigestellten Kuben zu modellieren.';

var aufmacher_026 = 'Moyale, Äthiopien 12.05.2001 (13.120 km) \n\
Ende April sind Studentenunruhen ausgebrochen, in deren Verlauf auch schwer randaliert und geplündert wurde. Polizei und Militär griffen hart durch. Während europäische Medien die Zahl der Toten mit 40 angab, sprach man in Äthiopien von sieben Opfern. \n\
Es gab Tage, an denen man das Haus besser nicht verließ. Wenn eine demonstrierende Gruppe die Straße entlang kam, verrammelten die Ladenbesitzer umgehend Türen und Fenster. Fahrzeuge flüchteten auf allen Fahrspuren in die entgegengesetzte Richtung und versteckten sich in Seitenstraßen.';

var aufmacher_027 = 'Nairobi, Kenya 31.05.2001 (13.773 km) \n\
In das Gästebuch trage ich meine Personalien ein: den Namen, die Nationalität, Wohnort, Paßnummer. Neben der Paßnummer wird eine weitere Nummer erfragt: die der Waffe! Als einziger Gast auf dieser Seite muß ich diese Spalte freilassen. \n\
Man trägt lang hier im Südwesten Äthiopiens, Kalaschnikov normalerweise, manchmal statt dessen auch einen Speer. Wie im Jemen ist die Waffe mehr Schmuck und Statussymbol denn Tötungsapparat. Gelegentlich wird sie jedoch im Kampfe eingesetzt, wenn nämlich Leute vom Nachbarstamm Vieh stehlen oder gar Frauen.';

var aufmacher_029 = 'Arusha, Tanzania 20.06.2001 (14.089 km) \n\
Nairobi wäre kein Ort zum Verweilen, ließe sich dort nicht alles so gut organisieren. Zwischen Cairo und Johannesburg ist es die einzige Wirtschaftsmetropole von internationaler Bedeutung. Doch Nairobi ist eine Stadt der Kontraste. Es gibt hier Superreich und Bettelarm. Auf den Straßen lungern Kinder herum, die tagsüber an Klebstoff schnüffeln und nachts auf den Bürgersteigen schlafen. Die meisten sind von viel zu jungen Müttern ausgesetzt worden, nachdem sie sprechen und laufen konnten.';

var aufmacher_030 = 'Morogoro, Tanzania 02.07.2001 (14.807 km) \n\
Auf dem Weg nach Arusha führt die Straße schnurgerade durch Trockensavanne. Im Osten ragt der Kilimanjaro auf fast 6000 Meter empor. Leider bekommen wir nicht mehr als die untere Hälfte zu sehen. Seine Schneekappe bleibt den ganzen Tag von Wolken verhüllt. \n\
Dafür läßt sich der nashornartige Gipfel des Mount Meru ab und zu blicken, auf den wir direkt zufahren. Mit knapp 4600 Metern ist der Meru der zweithöchste Berg Tanzanias.';


var aufmacher_031 = 'Chitimba, Malawi,Tanzania 01.08.2000 (15.736 km) \n\
"Hatari!" schreit ein riesiges Schild in die Buschlandschaft hinaus. Hatari! - Danger! - Gefahr! \n\
Schilder sind in Schwarzafrika eigentlich selten. Dörfer bleiben meist anonym, solange man nicht einen der Einheimischen nach dem Namen des Ortes fragt. Verkehrszeichen sind ebenfalls nicht gerade verbreitet. Aber hier - am Eingang zum Mikumi-Nationalpark - haben sie Schilder hingestellt, so groß wie deutsche Autobahnwegweiser. Links in Swahili, rechts in Englisch: wilde Tier auf den nächsten 50 Kilometern. Hatari!';

var aufmacher_032 = 'Lilongwe, Malawi 05.08.2001 (16.390 km) \n\
Vielleicht sollte man ein Land, das man vor vielen Jahren mit guten Erinnerungen verlassen hat, nicht noch einmal besuchen. Vielleicht sollte man diese schöne Erinnerung schonen und nicht versuchen, einen Traum zum zweiten Mal zu durchleben.\n\
Ich hätte Malawi links liegen lassen und direkt nach Zambia eintauchen sollen.';

var aufmacher_033 = 'Lusaka, Zambia 19.08.2001 (17.198 km) \n\
"Wollen Sie die Behandlung hier im Krankenhaus haben?" fragt der Arzt, nachdem wir eine lange Viertelstunde auf das Ergebnis des Malaria-Tests gewartet haben.\n\
Max hat - nach gelegentlichem leichten Fieber in den vergangenen Wochen - über Nacht sein Blut auf 39.5 Grad hochgekocht. Trotz Lariam-Prophylaxe. Jetzt haben wir es mit der Angst bekommen und sind zusammen zum District Hospital von Salima gefahren. Lange vier Kilometer, die Max sichtlich angestrengt haben.\n\
Behandlung hier im Krankenhaus? - "Ist es also tatsächlich Malaria?"';

var aufmacher_034 = 'Victoria Falls, Zimbabwe 13.09.2001 (17.789 km) \n\
Den Victoria-Fällen, dem Sturz des großen Zambezi-Flusses, nähern wir uns langsam, indem wir zunächst oberhalb der Abbruchkante durch das Niedrigwasser waten, um auf kleine Inseln zu gelangen. Das Wasser fließt hier noch ruhig. Doch Sekunden später geht es abwärts. Der Zambezi stürzt dann 100 Meter tief in einen fast zwei Kilometer breiten Spalt im Basalt.\n\
Auf der anderen Seite dieses mächtigen Spalts stehen in Rufweite Menschen, die sich die Victoria-Fälle von der richtigen Seite anschauen. Sie sehen ungeheure Wassermassen hinunterdonnern, sie sehen doppelte Regenbogen auf den aus der Tiefe aufsteigenden Wolken - und sie sind naß, denn der Wind treibt diese unablässig entstehenden Wolken direkt in die Zuschauermenge.';

var aufmacher_035 = 'Maun, Botswana 23.09.2001 (18.576 km) \n\
Nimm genug zu essen und zu trinken mit, denn einkaufen kannst du auf dem Weg nur in Würzburg, Göttingen und Hildesheim. Göttingen wird der größte Ort sein: mit zwei Tankstellen, zwei Lebensmittelgeschäften, zwei Imbißbuden und etwa 80 Häusern und Hütten. Ein Postamt gibt es dort auch. Würzburg und Hildesheim sind eher klein - je ein Shop, eine Tankstelle und ein paar Häuser und Hütten.\n\
Hunde und Hauskatzen werden dir nicht vors Fahrrad laufen, dafür aber Giraffen, Impalas, Zebras und Elefanten. Und wenn du Pech hast, auch Löwen. Zwischen Würzburg und Göttingen fährst du nämlich durch das Eßzimmer einer großen Löwenpopulation.';

var aufmacher_036 = 'Windhoek, Namibia 12.10.2001 (19.562 km) \n\
Es wird minütlich heißer. Einige Kilometer hinter dem Gatter liegt das Dorf Kuke. Dort rette ich mich in den Schatten, den eine kleine Imbißbude bietet. Erfrischende 42 Grad. In der prallen Sonne klettert das Thermometer auf fast 60 Grad. Bis zum Mittag habe ich sieben Liter getrunken, ohne ein einziges Mal etwas davon auf dem üblichen Wege wieder hergegeben zu haben. Das Wasser verdunstet durch meine Haut wie der Okavango-Fluß in seinem Binnendelta im Norden Botswanas.';

var aufmacher_037 = 'Kapstadt, Südafrika 10.11.2001 (21.263 km) \n\
Kurz vor Kapstadt erklärt mir eine weiße Südafrikanerin, wie ich auf einem kleinen Umweg über Paarl sicherer ans Kap komme als auf der vielbefahrenen N7. Allerdings, sagt sie, käme ich dabei durch eine Schwarzensiedlung. Ob ich Angst vor Schwarzen hätte.\n\
Angst vor Schwarzen? Ein guter Witz am Ende der Reise durch Afrika.';

var aufmacher_038 = 'St. Helena, Süd-Atlantik 24.11.2001 (21.263 km) \n\
Wird deine Abwesenheit auf dem Boot erst spät erkannt - etwa weil du während der Nachtwache über Bord gegangen bist -, dann bist du so gut wie verloren. Stunden später zurückfahren und nach dir Ausschau halten in der unendlichen Weite des Meeres - das verspricht noch weniger Erfolg als die sprichwörtliche Suche im Heuhaufen.\n\
Ilzas Vater ist so ums Leben gekommen. Er war als Seemann auf einem Frachter über die Meere gefahren. Eines Morgens war er nicht mehr an Bord. Man vermutet, daß er nachts betrunken über die Reling gekippt ist.';

var aufmacher_039 = 'Atlantik, Atlantik 10.12.2001 (21.263 km) \n\
Wer krank wird, geht ins Hospital der Hauptstadt Jamestown. Wem dort nicht geholfen werden kann, der muß nach Südafrika oder nach Großbritannien. Er kann nur hoffen, daß bald ein Schiff vorbeikommt, denn einen Flughafen gibt es auf Helena nicht.\n\
Vier Versorgungsschiffe treffen jährlich aus Großbritannien ein, zehn pro Jahr fahren die Route Kapstadt - St. Helena - Ascension und zurück.';


var aufmacher_041 = 'Praia do Forte, Brasilien 26.12.2001 (22.267 km) \n\
Er war so sehr in Rage, daß ich fürchte, er könne durchdrehen und kurz vor Vollendung seiner Weltumrundung vielleicht noch irgendwelche Dummheiten machen. Wir waren noch ungefähr 700 Kilometer von der Küste entfernt.\n\
Ich holte das Spanisch-Wörterbuch aus der kleinen Schiffsbibliothek und kritzelte ein paar Wörter auf Papier: "Ist Josef gefährlich? - Wird er vielleicht das Schiff versenken? - Müssen wir das große Messer verstecken?"';

var aufmacher_042 = 'Cumuruxatiba, Brasilien 14.01.2002 (23.067 km) \n\
Es kann auch ein Trost sein, wenn dir nach und nach die Ausrüstung zerbröselt. Wenn der Fotoapparat schlappmacht, das Diktiergerät durchdreht, das Sichtfenster des Kilometerzählers durch die Sonneneinstrahlung rissig wird, wenn Kleidung und Schlafsack in den Packtaschen schimmeln, obwohl sie eigentlich nie naß geworden sind.\n\
Ein Trost deswegen, weil es zeigt, daß die Umstände wohl doch besonders sind. Vielleicht bist du doch noch gesund, obwohl dir manchmal beim Radeln schwarz vor den Augen wird oder du an den Steigungen Würgereiz verspürst. Vielleicht ist das Klima hier wirklich nicht optimal für Radreisen.';

var aufmacher_045 = 'Rio de Janeiro, Brasilien 1.02.2002 (24.176 km) \n\
Nach 12 Kilometern Schieben am Strand trennt mich nur noch ein schmaler Fluß von dem Dörfchen Corumbau. Ein Mann kommt in seinem Einbau zum Ufer und bietet mir an, mich für fünf Mark rüberzubringen. Fünf Mark für die paar Meter? Wir handeln, aber unter zwei Mark will er nicht gehen. Ich lehne ab. Dann wate ich eben durch den Fluß.\n\
Barfuß mache ich ein paar Schritte in den Fluß hinein und stehe schon bis zum T-Shirt im Wasser. Noch zwei Schritte - und ich schwimme. Und treibe sogleich ein paar Meter ab. Kein Boden mehr unter den Füßen. Von wegen durchwaten!';

var aufmacher_046 = 'Curitiba, Brasilien 16.02.2002 (25.193 km) \n\
Das Maracana-Stadion liegt im berüchtigten Norden Rio de Janeiros (Christian war im sichereren Süden überfallen worden). Wenn man dem Reiseführer folgt, nimmt man besser einen speziellen Touristenbus, der pro Person 50 Mark kostet und die Klienten von der Hoteltür bis direkt vor das Stadiontor bringt. Man wird dann sogar bis zum Sitzplatz eskortiert! \n\
Wir sind eingeschüchtert durch diese implizite Warnung, entschließen uns aber dennoch, den normalen Stadtbus Richtung Norden zu nehmen. Nachdem wir eingestiegen sind, unterhalten wir uns nicht mehr, um nicht als Touristen erkannt zu werden.';

var aufmacher_047 = 'Foz do Iguazu, Brasilien 03.03.2002 (25.854 km) \n\
Skurril war der Alte mit seiner Kapitänsmütze in der Rua Barbosa in Salvador. Bewaffnet mit einer Holzlatte und einer Trillerpfeife "patrouillierte" er in dieser Straße. Allein aufgrund seines Alters hätte er gegen niemanden tatsächlich etwas ausrichten können. Aber dies ist sein Job. Er steht von morgens bis abends mit seiner Kapitänsmütze auf dieser Straße und paßt auf. Ab und zu lädt ihn jemand zu einem Imbiß oder einem Bier ein.';

var aufmacher_048 = 'Asuncion, Paraguay 13.03.2002 (26.208 km) \n\
In Paraguays Ciudad del Este herrscht ein quirliges Gewimmel in engen Gassen, in denen sich ein Elektronikgeschäft an das andere reiht. Der Ort erinnert sehr an Bilder fernöstlicher Städte. Das "Wall Street Journal" spricht von 15.000 Geschäften in 20 Häuserblöcken, der Umsatz wird auf 55 Milliarden US$ jährlich geschätzt.\n\
Unter Federführung der Vereinigten Staaten werden in diesen Häuservierteln auch immer wieder Fälscherwerkstätten ausgehoben, die beispielsweise massenweise Raubkopien von CDs herstellen. Viele dieser Unternehmen sind in arabischer Hand. Die USA sind sicher, daß es einen massiven Geldfluß aus Ciudad del Este zu orientalischen Terrorgruppen gibt.';

var aufmacher_049 = 'Tartagal, Argentinien 27.03.2002 (27.177 km) \n\
Auf der anderen Seite der "Freundschaftsbrücke", die den Paraná-Fluß überspannt, treffe ich auf noch interessiertere paraguayische Beamte: Sie blättern den Paß von vorn bis hinten durch und haben sichtbare Freude an den vielen afrikanischen Visa, Marken und Stempeln. Nicht der geringste Versuch, mit irgendwelchen fadenscheinigen Begründungen Schmiergeld aus meinen Taschen zu extrahieren. Paraguay ist eigentlich für seine korrupten Beamten berüchtigt.';

var aufmacher_050 = 'Cochabamba, Bolivien 10.04.2002 (27.984 km) \n\
Ich komme an diesem Tag genau 460 Meter weit. Am Ortsausgang gerate ich im Schatten eines Baumes auf einen feuchten Abschnitt, dessen klebriger Lehm das Rad von einem Meter auf den nächsten blockiert. Ich kann kaum stehen an dieser Stelle, die Piste ist wie Eis. Nur daß ich mit jedem Schritt einen Zentimeter größer werde durch den Lehm, der sich unter den Sohlen sammelt.';


var aufmacher_051 = 'Puno, Peru 24.04.2002 (28.681 km) \n\
Die Führung durch das Gefängnis übernimmt einer der Gefangenen. In meinem Fall ist es William, der seit acht Jahren wegen Drogenschmuggels einsitzt. Zu unserem Schutz - es gibt hier neben den vielen Drogenstraftätern auch eine ganze Reihe von Mördern - folgt ein paar Schritte hinter uns ein Leibwächter, ebenfalls ein Gefangener. William bemerkt aber, daß in San Pedro noch nie einem Besucher etwas passiert sei.';

var aufmacher_052 = 'Cuzco, Peru 5.5.2002 (28.681 km) \n\
Das Meerschweinchen sah aus, als sei es erst vor einer Viertelstunde von einem Auto plattgefahren worden: ein zweidimensionaler Körper mit abgespreizten Aermchen und Beinchen und vorn einem unversehrten dreidimensionalen Kopf. Und nach dem Unfall hatte man es auf den Grill geworfen. Genau so sah es aus.';

var aufmacher_054 = 'Huacachina, Peru 25.05.2002 (29.614 km) \n\
Um zwei Uhr morgens stehen wir auf, da wir bei Inti Punku - dem Sonnentor - sein wollen, wenn gegen sieben Uhr Machu Picchu vom warmen Morgenlicht geflutet wird. Im Dunkeln geht es Hunderte unebener Stufen hinab; ein nicht ganz ungefährliches Unternehmen, das aber schließlich mit dem unvergeßlichen ersten Blick auf die weit unten liegenden Ruinen belohnt wird. Die Stadt wirkt zu dieser frühen Stunde, als sei sie seit Jahrhunderten nicht betreten worden.';

var aufmacher_053 = 'Lima, Peru 4.6.2002 (30.077 km) \n\
Der große Bevölkerungsdruck und die Armut bringen in diesen Elendsvierteln infrastrukturelle, medizinische und soziale Probleme mit sich: Wassermangel, ungenügende Abwasser- und Müllentsorgung, Krankheiten wie TBC, Cholera und Aids, Sexualdelikte, ungewollte Schwangerschaften sehr junger Mütter, Vernachlässigung und Mißbrauch von Kindern, hohe Jugendkriminalität.\n\
Lesen Sie weiter über ein Projekt von ÄRZTE OHNE GRENZEN e.V. in Lima...';

var aufmacher_055 = 'Lima, Peru 06.06.2002 (30.098 km) \n\
"Peru - das ist doch nicht nur Inka und Machu Picchu!" Captain Carlos Alberto Saavedra del Carpio tut ein bißchen gekünstelt entsetzt. Er verliert auch nicht sein Lächeln, als er das sagt. Saavedra weiß ja genau, daß jeder Tourist in Peru weiß, daß es auch das Amazonasbecken gibt, das Colca-Canyon bei Arequipa, die Geoglyphen bei Nazca, den Titicacasee.\n\
Seine M/N Yavari kennen allerdings wirklich nicht viele. Dabei ist es ein Schiff mit kurioser Vergangenheit und das erste Dampfschiff auf dem Titicacasee überhaupt - über 130 Jahre alt.';

var aufmacher_056 = 'Cuzco, Peru 29.06.2002 (31.279 km) \n\
Ich verlasse Lima auf dem Weg, auf dem ich vor einer Woche gekommen bin. Durch trostlose Küstenwüste geht es auf der Panamericana zurück nach Süden. Nach einigem Hin und Her habe ich mich entschieden, auf der Südhalbkugel zu bleiben und den Heimweg über Australien und Südostasien anzutreten. Mittel- und Nordamerika, Japan und China reizen mich weniger als die Südroute, und auch von der Jahreszeit her paßt es besser.';

var aufmacher_058 = 'Uyuni, Bolivien 18.07.2002 (32.533 km) \n\
Glücklicherweise wußte ich, wer mir die falsche Münze zugeschoben hatte: Es war Wechselgeld aus dem Internet-Cafe. So ging ich am nächsten Tag wieder in den gleichen Laden und surfte zweieinhalb Stunden für 5 Soles 50. Beim Zahlen lag die 50-Centavos-Münze oben. Das gab mir einen kleinen Vorsprung. Aber sie holten mich ein. Ich hätte den entgegengesetzten Weg nehmen sollen und nicht den in Richtung Stadtzentrum.';

var aufmacher_059 = 'Bella Vista, Bolivien 3.08.2002 (33.022 km) \n\
Nachts um zwei Uhr wache ich auf. Die Augen schmerzen, als scheuerten Sandkörner unter den Lidern. Das Sandkorn unter dem rechten Lid ist größer als das am linken Auge. Auf der rechten Seite war während des Tages die Sonne an mir vorbeigewandert. Bei geöffneten Augen läßt der Schmerz nach, aber sobald ich die Lider wieder schließe, brennt es höllisch. \n\
Als die Kerze angezündet ist, erkenne ich die Umgebung nur in einem engen Sichtkreis. Die Ränder sind verschwommen. Die Flamme der Kerze glitzert wie beim Blick durch einen Effektfilter. Verdammt noch mal! Ein Tag auf dem Salzsee kann doch nicht ausreichen, um einen halbblind zu machen!?';

var aufmacher_060 = 'Copiapo, Bolivien 21.8.02 (34.131 km) \n\
Bereits eine Stunde nach Sonnenaufgang treffen Geländefahrzeuge mit der ersten Touristengruppe auf der Isla Incahuasi ein. Eine gute Gelegenheit, noch einmal die ortskundigen Führer zur Richtung nach Llica zu befragen, meinem Tagesziel am Nordwestufer des Salars. Gestern gab es dazu unterschiedliche Auskünfte, die etwa 30 Grad voneinander abwichen. Die jetzt anwesenden Tourenführer bestätigen die Richtungsangabe, die mir gestern bereits plausibler erschien.';


var aufmacher_061 = 'Valparaiso, Chile 04.09.2002 (34.926 km) \n\
Auch Cancosa ist also aufgegeben. Ein Geisterort, der aber aussieht, als seien erst gestern alle abgehauen. Das neue Gemeindehaus, die renovierte Kirche, die vielen blitzeblanken elektrischen Straßenlaternen - das waren offenbar letzte Versuche der Regierung, die Bewohner doch noch oben im unwirtlichen Hochland zu halten.\n\
Die beiden Beamten müssen 20 Tage in dieser Abgeschiedenheit aushalten, bis sie abgelöst werden. Alle vier Monate kommt mal ein Ausländer vorbei, sagen sie.';

var aufmacher_062 = 'Santiago de Chile, Chile 18.09.2002 (35.068 km) \n\
Zwischen den Raststellen unterteilen kleine Täfelchen die Atacama-Wüste in die winzigen Abschnitte von der Länge eines Kilometers. Mit "1814" fing es oben bei Iquique an. Gerechnet bis Santiago de Chile, zur Hauptstadt, die ich ansteuern muß, falls es mit einem Schiff nicht klappt und ich fliegen muß nach Australien. Einen Kilometer Wüste weiter waren es "1813", dann "1812", dann "1811" ...';

var aufmacher_063 = 'Otaki, Chile 4.10.2002 (35.863 km) \n\
Viele Reisebüros klappere ich ab, bis ich auf die freundliche Claudia stoße. Sie verkauft mir ein One-way-Ticket unter der Bedingung, daß ich ihr Absolution erteile. "Unter Umständen gehst du in Neuseeland ins Gefängnis", sagt sie und legt mir ein selbstgebasteltes Formular vor, mit dem ich mich für alle Folgen verantwortlich erkläre. Die Unterschrift spart mir immerhin 200 Mark.';

var aufmacher_064 = 'Toms Hütte (bei Nelson), Neuseeland 18.10.2002 (36.298 km) \n\
Die Ankunft in Neuseeland hat Erinnerungen an die Einreise nach Saudi-Arabien geweckt. Wieder wurde auf dem Einreiseformular in roten Lettern mit Strafen gedroht. Diesmal allerdings nicht gleich mit der Todesstrafe, und es ging auch nicht um Drogen. Die Angst der Neuseeländer dreht sich ganz und gar um eingeschleppte Seuchen, besonders um die Maul- und Klauenseuche.';

var aufmacher_065 = 'Thames, Neuseeland 02.11.2002 (37.288 km) \n\
Die Tageswanderung über den knapp 2000 Meter hohen Tongariro-Gipfel führt durch schwarze Mondlandschaft, die in den höheren Lagen auch im Frühling noch unter Schnee liegt. Nach steilem Aufstieg geht es zunächst am Vulkan Ngauruhoe vorbei, aus dessen Gipfel unablässig eine Dampfwolke aufsteigt. Auch an einigen Stellen am Tongariro-Gipfel dampft der Boden, der hier warm ist wie ein Heizkissen. Beim Abstieg passiert man smaragdgrüne Seen, bevor sich schließlich der Weg flacher durch dichten Regenwald mit Farnen und Bächen zieht.';

var aufmacher_066 = 'Tasman Sea, Neuseeland 14.11.2002 (37.443 km) \n\
Anfang Oktober kam ihr Container aus Deutschland an. Die Scheune war inzwischen fertig, und es war auch noch Zeit geblieben, 1800 Bäume anzupflanzen. Ich erinnere mich an den Brief, den Tom aus Neuseeland nach Deutschland schrieb: "Wir pflanzen gerade Bäume auf dem Grundstück - als Versicherung für unsere Kinder." Das klang in deutschen Ohren doch recht seltsam.';

var aufmacher_067 = 'Moss Vale, Australien 1.12.2002 (38.435 km) \n\
Die "M/V America Star" ließ auf sich warten. Eigentlich sollte das englische Containerschiff am Montag in Auckland einlaufen, dann vertröstete man mich auf Dienstag, am Mittwoch kam es endlich an. Mysteriöse Ereignisse hatten für die Verspätung gesorgt. Lilias, die alte schottische Dame, sollte später davon berichten.';

var aufmacher_068 = 'Cabarita Beach, Australien 21.12.2002 (39.500 km) \n\
Dem alten Parlament in Canberra steht ein eigenartiges Graszelt gegenüber. Exakt ausgerichtet auf den Haupteingang. Darüber weht eine schwarzrote Flagge mit einem gelben Kreis in der Mitte. Etwas abseits steht eine Holzbaracke mit Zeitungsartikeln an der Wand, die an den Beginn der Besetzung dieses Parks erinnern und an die Übergabe einer Petition der Aborigines an die australische Regierung. Die Hauptforderung lautet: Souveränität.';

var aufmacher_069 = 'Rockhampton, Australien 16.01.2003 (40.378 km) \n\
"Geh\' mit dem Preis runter und verkauf\'!" lautet eine der Weisheiten an der Wand. "Es ist nicht das Geld, das dich im Leben glücklich macht, sondern das, was du tust."\n\
Andere Kommentare beschreiben die Depression, die aufkommt, wenn das Auto einfach keine Interessenten findet und sich die Tage in Dunkelheit und Benzindunst immer zäher dahinziehen. An einem Betonpfeiler steht: "1. Tag: kein Glück - 2. Tag: dachte, das holländische Pärchen kauft ... Höhepunkt war die freie Grillparty - 3. Tag: nichts zu berichten - 4. Tag: bin mit dem Preis auf 3200$ runtergegangen ... BITTE holt mich hier raus!"';

var aufmacher_070 = 'Mt. Isa, Australien 06.02.2003 (41.749 km) \n\
Ein Känguruh springt von der Seite herbei und hoppelt dann auf dem Asphalt vor mir her. Es ist schneller als ich, scheint aber ein wenig anhänglich zu sein. Wenn der Abstand zwischen uns zu groß wird, wartet es in Hockstellung auf seinen Schwanz gestützt und schaut über die schmale Schulter zurück, bis ich wieder auf hundert Meter herangekommen bin. Dann hoppelt es weiter, wartet wieder, schaut mich an und setzt seinen Weg fort, wenn ich aufgeholt habe. Ich habe einen neuen Freund.';


var aufmacher_073 = 'Darwin, Australien 01.03.2003 (43.469 km) \n\
Da war zum Beispiel Josh Beckmann im "Walkabout Creek Hotel". Das ist das Pub, in dem die Innenaufnahmen für "Crocodile Dundee" entstanden sind. Es steht an der Kreuzung im 20-Seelen-Ort McKinlay. Josh ist die knapp 150 Kilometer von der Toolebuc-Farm nach McKinlay gekommen, da dies für ihn die nächstgelegene Ortschaft und damit auch die nächste Kneipe ist. Die Fahrt im Pickup dauert zwei Stunden, weil nur 90 Kilometer asphaltiert sind. Gegen Mitternacht wird er wieder zurückfahren; vielleicht in zwei Wochen wird er dann mal wieder hier vorbeischauen.';

var aufmacher_074 = 'Kuta, Timorsee 20.03.2003 (43.603 km) \n\
Phil, unser autoritärer Captain, war mit der Nachtwache dran. Er muß eingenickt sein. Und zwar für über eine Stunde, denn zumindest auf dem Radar hätte er die Plattform rechtzeitig erkennen müssen. Ed, der im halb eingerollten Hauptsegel auf dem Mastbaum geschlafen hat, ist von seinem sechsten Sinn geweckt worden und konnte Alarm schlagen.';

var aufmacher_075 = 'Candidasa, Indonesien 09.04.2003 (43.785 km) \n\
Ab und zu bleibt ein Tourist stehen, um die Gedenkworte auf dem langen weißen Tuch über den Blumen und Kreuzen zu lesen. Die zahllosen Straßenhändler klagen, daß seit dem Anschlag das Touristenaufkommen in Kuta nur noch bei zehn Prozent des üblichen liegt. In den Souvenier-Shops verkaufen sie T-Shirts mit dem Aufdruck "Bali Cry" und "Fuck Terrorist".';

var aufmacher_076 = 'Jakarta, Indonesien 1.5.2003 (45.403 km) \n\
Autos, Lastwagen und vor allem Busse überholen nach Belieben, als wären Bergkuppen durchsichtig und Kurven immer frei. Wo es keine Ampeln gibt oder sie nicht beachtet werden, scheint die Vorfahrtsregel so verhandelbar zu sein wie die Preise auf dem Markt. Aber irgendwie funktioniert es trotzdem, und zwar völlig ohne gegenseitige Anpöbelei.';

var aufmacher_078 = 'Singapur, Indonesien 20.05.2003 (46.962 km) \n\
"Können Sie nicht in diesem besonderen Fall ausnahmsweise die Aufenthaltserlaubnis verlängern?" \n\
"Nun", meint der Beamte im Immigration Office in Jakarta, "Sie sind ja wirklich sehr freundlich. Aber wollen Sie, daß wir die Gesetze brechen?" \n\
Er lächelt dabei so schmierig, daß ich in diesem Moment sicher bin, er würde sie nicht zum ersten Mal brechen. Wahrscheinlich nur eine Frage des Geldes. - Ja, wenn du es so nennen willst, dann brich das Gesetz! \n\
"Nein, natürlich will ich nicht, daß Sie die Gesetze brechen", lächele ich schmierig zurück. "Aber es müßte sich doch eine Möglichkeit finden, eine Ausnahme zu machen."';

var aufmacher_079 = 'Ao Nang, Thailand 18.06.2003 (48.457 km) \n\
Jedem, der über die lange Brücke von Singapur nach Malaysia kommt, drücken sie einen Zettel in die Hand: Haben Sie Fieber? Eine Erkältung? Hatten Sie Kontakt mit jemandem, der SARS-verdächtig ist? - Wie ich später aus der Zeitung erfahre, messen sie hier normalerweise sogar die Körpertemperatur jedes Einreisenden, aber "die Maschine" sei derzeit defekt. (Was für ein aufwendiger Apparat das wohl sein muß?)';

var aufmacher_080 = 'Bangkok, Thailand 13.07.2003 (49.494 km) \n\
Die Myanmar-Botschaft in Bangkok ist bei der Bereitstellung eines Überlandvisums ungefähr so machtvoll wie das Hauptpostamt Nürnberg bei der Beschaffung einer Arbeitsgenehmigung für Togo. Ein Visum für Myanmar berechtigt eben nur zur Einreise per Flugzeug. Daran zu rütteln, ist unerhört. Die Visastelle der Botschaft hat nur zwei Schalter: einen, an dem man seinen Antrag mit dem Paß und dem Geld einreicht, und einen, an dem man den Paß mit dem Flugvisum abholt. Für Fragen außer der Reihe ist gar kein Platz. Alle Welt hat sich damit abgefunden - das ist ein Axiom: Nach Myanmar kann man nur fliegen. Ich kann kaum die Worte "Ich möchte mit dem Konsul sprechen" ausrufen, bevor mich nachrückende Traveller vom Antragsschalter wegdrängen. Die würden glatt mithelfen, mich in die Zwangsjacke zu stecken.';


var aufmacher_081 = 'Saigon, Vietnam 03.08.2003 (50.741 km) \n\
Auf dem Weg nach Phnom Penh überholen mich immer wieder Autos mit internationalen Wahlbeobachtern, die dafür sorgen sollen, daß es bei den Parlamentswahlen in knapp einer Woche mit einigermaßen rechten Dingen zugeht. Wieder fürchtet man einen Bürgerkrieg oder zumindest schwere Ausschreitungen. Ich werde nur zwei Tage in Phnom Penh verbringen und dann am Tag der Wahlen nach Vietnam ausreisen.';

var aufmacher_082 = 'Vinh, Vietnam 23.08.2003 (52.344 km) \n\
Diese kreischenden Hupen würden jeden normalen Menschen veranlassen, von der Hauptstraße wegzuziehen. Ihr Anwohner - warum habt ihr nicht stets einen Eimer mit Wasser neben euch stehen, das ihr sofort in die Fahrerkabine schüttet, wenn wieder einer dieser Idioten sich den Weg mit dem unerträglichen Lärm bahnen will? Nach einer Weile werden die LKWs vielleicht nur noch mit geschlossenen Seitenfenstern durch die Orte fahren. Wenn sie dann immer noch hupen, müßt ihr ihnen mit dicken Steinen die Windschutzscheiben einschmeißen.';

var aufmacher_083 = 'Vang Vieng, Vietnam/Laos 10.09.2003 (53.102 km) \n\
Vor der Zitadelle in Hue gibt es zwei Tore: Links kostet der Eintritt 15.000 Dong, rechts 55.000 Dong. Natürlich gehe ich links rein. Aber da lassen sie mich nicht durch. Nur weil ich nicht vietnamesisch aussehe. Den rechten Eingang nehme ich nicht, sondern boykottiere. - Wie wäre es in Rothenburg ob der Tauber mit einem kostenpflichtigen Stadttor für Amerikaner, Japaner, Schweizer und Saudis und einem freien Stadttor für alle anderen?';

var aufmacher_084 = 'Luang Nam Tha, Laos 22.09.2003 (53.658 km) \n\
Nach deutschem Recht hätte mich sicherlich die Hauptschuld an dem Unfall getroffen. Man muß den Arm ausstrecken, wenn man abbiegt. Aber hier in Laos? Da hätten sie gedacht, ich übe für den Zirkus.';

var aufmacher_085 = 'Kunming, Laos / China 15.10.2003 (54.817 km) \n\
Angesichts der vielen lebenden und plattgefahrenen Schlangen auf Südostasiens Straßen habe ich mich mehrmals schon gefragt, was wohl passiert, wenn man mit dem Fahrrad so ein Tier überrollt. Meine größte Furcht war, daß sich die Schlange umgehend hochwinden würde, um in den Unterschenkel zu beißen. Ganz im Norden von Laos gibt es nun die Antwort.';

var aufmacher_086 = 'Dali, China 01.11.2003 (55.641 km) \n\
Mitunter rücken die Zuschauer so nahe, daß ich sie füttern könnte, ohne mich vorzubeugen. Aber natürlich sind sie nicht hungrig. Sie wollen wirklich nur sehen, wie ich esse. Bestimmt wundern sie sich auch, wie lautlos das abgeht. Und daß ich nicht direkt über der Schüssel hänge und den Reis mit den Stäbchen in den Mund schaufele, wie die Chinesen es tun.';

var aufmacher_087 = 'Ruili, China 17.11.2003 (56.142 km) \n\
Und auf diesen öffentlichen Toiletten - oh Schreck - gibt es keine einzelnen Kabinen, nicht einmal einen Sichtschutz zwischen den Löchern im Boden, über denen man sich positioniert. Besonders am frühen Morgen ist der Andrang so groß, daß die Chinesen Schulter an Schulter dahocken. Sie hocken da und schauen geistesabwesend durch den Raum, als würden sie auf den Bus nach Peking warten.';

var aufmacher_090 = 'Yangon, Myanmar 14.12.2003 (57.383 km) \n\
Seit dem Beginn der langen Verhandlungen um die Überlandeinreise stand fest, daß ich durch die "restricted zones" nicht ohne einen Führer radeln kann. Offen war bis zum heutigen Tag, wie die Art der Begleitung wohl aussehen würde. Wieder eine Eskorte wie damals durch Saudi-Arabien, wo Polizeiwagen 800 Kilometer lang hinter mir hertuckerten? Oder würde ich meinen Begleiter nur jeden Abend am Zielort wiedertreffen?';


var aufmacher_091 = 'Neu-Delhi, Indien 20.01.2004 (59.548 km) \n\
Wir diskutieren etwa eine Stunde lang herum, doch der Chef gibt nicht nach. Er argumentiert mit der dramatisch schlechten Sicherheitslage in Nordost-Indien. Gerade vor einigen Tagen sei ein Europäer entführt worden. - Das mag ja alles stimmen, aber wäre ich denn mit dem Permit, das sie verlangen, sicherer?';

var aufmacher_093 = 'Peshawar, Pakistan 14.02.2004 (60.762 km) \n\
In Peshawar ist alles "Khyber": Es gibt den Khyber Bazar, die Khyber Road, die Zeitung "Khyber Mail", einen Khyber-Zahnarzt und einen Khyber-Optiker. Viele Autobesitzer haben ihrem Fahrzeug den Typennamen "Khyber" gegeben. Der berüchtigte Khyberpaß ist keine 60 Kilometer entfernt.';

var aufmacher_094 = 'Mazar-e-Sharif, Afghanistan 05.03.2004 (61.504 km) \n\
Auch in diesem einsam stehenden Gebäude herrschen bad vibrations. Einige der Männer machen anzügliche Bemerkungen, die sexistisch zu sein scheinen. Gerade eben erst, auf dem Weg vom Dorf zu diesem Restaurant, hatte ein Mann aus einem vorbeifahrenden Auto heraus meinen Hintern angelangt. Ich muß an die Geschichte von dem Japaner denken, der in Kabul vergewaltigt wurde.';

var aufmacher_095 = 'Serakhs, Afghanistan 19.03.2004 (62.613 km) \n\
Was für Freiheiten ich im nahen Uzbekistan hätte! Ich könnte abends einfach die Straße verlassen, um hinter einem Hügel oder in einem verlassenen Gebäude das Zelt aufzubauen. Hier ist das undenkbar. Je besser ein Versteck, desto größer die Wahrscheinlichkeit, daß du da in die Luft fliegst. Südlich des Salang-Passes über den Hindukusch signalisieren Markierungen sogar, daß man keinen Zentimeter neben die Straße treten sollte. 10 Millionen nichtexplodierte Minen, 100 bis 300 Minenunfälle pro Monat in Afghanistan - das zu wissen, reicht aus, daß man sich strikt daran hält.';

var aufmacher_096 = 'Isfahan, Iran 10.04.2004 (64.131 km) \n\
Die Wärme in Gerards kahlem Raum produziert eine Stahlplatte, unter die der 19jährige viele Drahtwindungen gewickelt hat; die beiden Drahtenden hängen direkt in der Steckdose. Umweltfeindliche Wärme, aber billige Wärme. Billig ist sie, weil Strom in Turkmenistan nichts kostet. Nichts! Strom kriegt man hier wirklich umsonst.';

var aufmacher_097 = 'Tabriz, Iran 26.04.2004 (65.209 km) \n\
Vor einigen Jahren hat Navida einmal heimlich an einem nächtlichen Radrennen teilgenommen; dafür mußte sie sich als Mann verkleiden. Tatsächlich wurde sie in ihrem Aufzug und mit einem aufgemalten Schnurrbart im Dunkeln nicht als Frau erkannt. Sie gewann bei dem Rennen sogar einen Preis, und auch bei der Siegerehrung flog der Schwindel nicht auf.';

var aufmacher_098 = 'Göreme, Türkei 17.05.2004 (66.567 km) \n\
Nun bin ich also wieder in der Türkei. Jahre sind vergangen, seit ich auf dem "Hinweg" durch dieses Land gekommen bin. In Afyon im westlichen Anatolien feierte ich damals den 77sten Geburtstag der Türkei mit, inzwischen liegt auch der 80ste Jahrestag der Republiksgründung schon wieder ein halbes Jahr zurück. Damals bekam man für eine Mark 300.000 Türkische Lira, jetzt wäre es fast eine Million, wenn es die Mark noch gäbe. Ein Euro bringt knapp zwei Millionen.';

var aufmacher_099 = 'Mamaia, Rumänien 09.06.2004 (68.153 km) \n\
In Istanbul würde ich eigentlich gern noch einmal durch die Altstadtgassen wandern, mir die Blaue Moschee, die Hagia Sophia, den Topkapi-Palast anschauen. Mein letzter Besuch dieser Stadt liegt schließlich schon dreieinhalb Jahre zurück. Das war auf dem "Hinweg". Damals verließ ich Europa auf der älteren der beiden großen Brücken, die sich über den Bosporus spannen. Diesmal muß ich einen anderen Weg finden, denn sobald ich meine Route kreuze, ist die Weltumradlung beendet. Soll sie doch aber erst in Erlangen.';

var aufmacher_100 = 'Gartony, Ungarn 01.07.2004 (69.535 km) \n\
Während wir ein paar Tage an der Schwarzmeerküste bei Mamaia faulenzen, gibt Max mir einen kleinen Einblick in das deutsche Leben im Jahre 2004. Ich sehe Euro-Scheine, erfahre vom ebay-Fieber und bekomme demonstriert, wie sich mit Handy und SMS vieles leichter organisieren läßt - zum Beispiel auch unser Treffen mit Gangolf, einem Freund von Max, der in Bukarest zu uns stoßen wird.';


var aufmacher_101 = 'Erlangen, Deutschland 28.07.2004 (71.511 km) \n\
In Pilsen bin ich nur noch eine Tagesreise von Erlangen entfernt, aber es geht weiter Richtung Norddeutschland. Ich will meine Mutter in Hildesheim überraschen. Während sie mich noch am ungarischen Plattensee wähnt, bin ich bereits bei Chemnitz nach Deutschland eingereist. In Berlin schnell durchs Brandenburger Tor, bei Helmstedt über die kaum noch sichtbare Grenzlinie, die Deutschland einst teilte. Und dann in die Arme einer Mutter, die einige Momente braucht, bis sie mich wiedererkennt.';







