Erlangen, Deutschland, 28.07.2004 (71511 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Rumgekommen

Von Hildesheim aus telefoniere ich in der Republik umher, um mich bei Verwandten und Freunden zurückzumelden. Hans, Roswitha und zwei frühere Arbeitskollegen planen, mich nächste Woche in Bamberg abzufangen, damit wir die letzten 40 Kilometer gemeinsam nach Erlangen radeln, wo sich vor dem Haus Nummer 30 in der Löhestraße mein Kreis um den Erdball schließen wird. Und zu meiner großen Überraschung werden dort mitten an einem Werktag noch viele, viele weitere Freunde warten, um mich unmittelbar bei der Ankunft wieder in Empfang zu nehmen.



Roswitha mit ihrer gigantischen Glückwunschtorte.

Hildesheim - Erlangen. Nur noch 400 Kilometer, dann ist diese lange Reise zu Ende. Die Angst vor Deutschland ist endgültig geschwunden. Ich konnte mich an die unterschiedlichsten Sitten gewöhnen, habe mich in so viele Sprachen eingehört, habe in den Imbißbuden der Welt auch die chinesischen Hornissen nicht ausgeschlagen - warum also sollte ich mich in Deutschland nicht mehr zurechtfinden? Nur die Angst vor dem Nicht-mehr-weiterfahren-können bleibt. Natürlich saß ich nicht jeden Tag im Sattel, aber prinzipiell konnte ich überall jederzeit aufbrechen. Konnte gleich weiterfahren, wenn mir ein Ort nicht gefiel, konnte verweilen, wo es schön war.

"Wo hat es dir denn am besten gefallen?" - das ist eine der besonders häufig gestellten Fragen. Doch einen schönsten Ort, das beste Land gibt es nicht. Es waren so viele Länder, und sie waren alle sehr verschieden. Aber wenn ich noch einmal aufbrechen sollte, dann würde ich zunächst den Jemen wieder anpeilen, außerdem Zimbabwe und Namibia, Bolivien und Peru, Australien, Laos und Myanmar.
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