Gartony, Ungarn, 01.07.2004 (69535 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Noch einmal Urlaub

Aber die Ungarn handeln entsprechend: kein Einreisestempel. Sie blättern nur in meinem Paß herum und staunen über die Visa für Pakistan, Afghanistan und den Iran. Genau das ist es doch: Allein meine Reisepässe erzählen schon ihre Geschichte; auch sie dokumentieren die Route meiner Weltumradlung. Und die Tour ist noch nicht zu Ende, es sind noch über 2000 Kilometer bis nach Hause. Ohne eure Stempel fehlt meiner dreibändigen Paßsammlung die Pointe! - Als wir bereits ein paar Hundert Meter nach Ungarn hineingefahren sind, mache ich kehrt. Die Beamten unterhalten sich immer noch über Afghanistan. Meine Bitte um den ungarischen Einreisestempel erfüllen sie lächelnd und gern.



Irgendein Nager hat über Nacht Maxens Packtasche fast aufgefressen.

Budapest umfahren wir südlich auf Nebenstraßen, weil wir dem heftigen Transitverkehr ausweichen wollen. Wir beide kennen die ungarische Hauptstadt bereits von früheren Reisen. Am kleinen Velence-See, zwischen Budapest und dem Plattensee, verbringen wir die beiden letzten gemeinsamen Tage.

Bevor wir uns dann am Bahnhof von Gartony verabschieden, besprechen wir einen hochgeheimen Plan: Max soll unserer Mutter in Hildesheim erzählen, daß ich noch eine Weile am Plattensee verbringen werde, um dann entspannt die letzten 750 Kilometer nach Erlangen zu radeln und die Weltumrundung dort abzuschließen. Tatsächlich aber werde ich einen Umweg über Norddeutschland machen, werde morgen aufbrechen, über Österreich und Tschechien nach Berlin hecheln und dann Hildesheim ansteuern. Während Muttern mich noch am Plattensee wähnt, werde ich plötzlich vor ihrer Haustür stehen.

ENDE

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