Göreme, Türkei, 17.05.2004 (66567 Kilometer)
Immer wieder haben Vorbeifahrende auf der Straße gehalten, um mit mir zu reden, über das Leben im Westen zu erfahren und um mich mit Proviant auszustatten. Zwischen Yazd und Esfahan winkte mich ein Ehepaar herbei, der Mann begrüßte mich in rührender Weise mit einem Bruderkuß, die Frau überreichte eine Tüte mit Keksen. Wie es so üblich ist, lehnte ich die Kekse mehrmals höflich ab. Doch es war auch bei ihnen keine oberflächliche Geste. Auch die Polizisten, die mich auf dem Seitenstreifen einer Autobahn mit Tee und Gebäck versorgten, waren nicht billig darauf aus, das Ansehen des Iran aufzupolieren - bei ihnen kam die Einladung ebenso von Herzen.

Beschweren kann ich mich allein über die übermütigen jugendlichen Männer, die so viel Flausen im Kopf haben und ständig dummes Zeug machen. Gleich nach der Einreise aus Turkmenistan schnappten mir zwei Mopedfahrer die Colaflasche vom Gepäckträger, ein anderes Duo wollte später im Vorbeifahren die Mütze klauen, wobei mir der Sozius einen harten Schlag an den Kopf versetzte. Wenn es derartige Vorfälle dann auch noch mehrmals am Tag gibt, kann das die positiven Erfahrungen im Iran glatt neutralisieren.
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