Tabriz, Iran, 26.04.2004 (65209 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10   Verschleiert

Teheran ist modern und in gewisser Weise nach Westen ausgerichtet. Ganz im Osten des Landes, in Mashad, hatte der deutschsprechende Omid bereits vom Aufmucken der jungen Mädchen und Frauen im Iran erzählt. "In Teheran tragen viele schon fast kein Kopftuch mehr", hatte er gesagt. - "Fast kein Kopftuch" sollte heißen, daß die Damen es so weit nach hinten gezogen haben, daß viel Haar zu sehen ist. Eigentlich müßten sämtliche Haare bedeckt sein, dürfte nicht einmal eine Locke herausschauen. "Irgendwo im Koran steht, daß Frauenhaare die Männer verrückt machen", erklärte Omid den Kopftuchzwang und ergänzte: "So ein Quatsch in heutiger Zeit!"



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Tatsächlich tragen in Teheran viele Frauen das Kopftuch äußerst weit hinten. Als kleinen Trick, das zu kaschieren, stecken manche Mädchen oben noch eine Sonnenbrille ins Haar. Die ganz Kecken haben das Tuch so weit zurückgeschoben, daß es nur noch als Alibifetzen hinter herunterhängt. Die Religionswächter haben sich offenbar geschlagen gegeben.

Mehrmals ertappe ich mich dabei, wie ich mich umdrehe und diesen halbnackten Mädchen nachschaue. Oh ja, die Ayatollahs haben recht: Frauen sind wirklich unglaublich anziehend, geradezu sexy, wenn sie "fast kein" Kopftuch tragen.

Zumindest, solange die anderen eines tragen.


ENDE

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