Tabriz, Iran, 26.04.2004 (65209 Kilometer)
Offenbar sind wir beide so dösig von der Wüstenfahrt, daß wir versäumen, uns gegenseitig namentlich vorzustellen. Wir verabschieden uns schließlich, er fährt mit seinen drei Freunden heute noch nach Tabas, ich radele weiter in Richtung Süden. Erst Wochen später finden die "Erlanger Nachrichten" im Zusammenhang mit einer Story über meine Tour den Namen des Mannes heraus: Herr Baba Senowbari-Daryan ist an der Uni als außerplanmäßiger Professor angestellt. Seinen Studenten hat er inzwischen schon berichtet: "Da habe ich im Iran so einen Verrückten getroffen..."

Nach sechstägiger Wüstenfahrt komme ich in Yazd an. Die Stadt hat eine sehr relaxte Atmosphäre, mittags herrscht vier Stunden lang Siesta, obwohl im Frühling die Temperaturen noch sehr angenehm sind. Im Hochsommer allerdings muß Yazd ein Backofen sein. Viele Lehmhäuser in der Altstadt sind mit Hilfe von "badgirs" auf sehr natürliche Weise klimatisiert. Badgirs sind turmartige Schlote, deren Öffnungen seitlich liegen, so daß sie jeden Windzug einfangen und in das Innere der Wohnung leiten können.
weiter