Tabriz, Iran, 26.04.2004 (65209 Kilometer)
Ich schwinge mich aufs Rad und tauche hinter der Oase Ferdows wieder in die Wüste ein. Genieße eine Freiheit, die weniger Menschen auf der Welt haben, als man vielleicht glaubt. Die meisten sind zu arm. Andere dürfen ihr Land nicht verlassen. Viele sind aber auch zu reich, haben zuviel zu verlieren, so daß Angst sie fesselt. Andere sind familiär gebunden, wieder andere behaupten, daß sie es sich beruflich nicht leisten können.

Die Ortschaften in der Lut- und in der Kavirwüste liegen oft weiter als 100 Kilometer auseinander. Die Landschaft ist hügelig bis bergig, zweimal führt die Straße hinauf zu 2000-Meter-Pässen. In den Ebenen breiten sich einige Salzpfannen aus, ansonsten dominiert Geröllwüste. Daß es hier überhaupt Siedlungen gibt, ist den Bergen zu verdanken, die die seltenen Niederschläge auffangen. Die Wüstenbewohner haben lange unterirdische Kanäle angelegt - "Qanate", wie sie im Persischen heißen -, die das Wasser aus Staubecken in die Ebene leiten. Häufig sind diese Kanäle 20 Kilometer lang, mitunter auch länger als 50 Kilometer. So lassen sich mitten in der Wüste Felder bewässern.
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