Isfahan, Iran, 10.04.2004 (64131 Kilometer)
Auch in den folgenden Tagen und Wochen sind es immer wieder die Halbwüchsigen, die die an sich traditionelle iranische Gastfreundschaft neutralisieren. Sie machen viel dummes Zeug, versuchen z.B. auch, dir die Mütze vom Kopf zu klauen, tun so, als würden sie dich mit ihrem Moped über den Haufen fahren und weichen erst im allerletzten Moment aus. Sie haben ganz einfach Langeweile und schlagen die Zeit mit Umherfahren tot. Spritpreise liegen im Iran nicht viel höher als in Turkmenistan.

Je größer eine entgegenkommende Gruppe Jugendlicher ist, desto sicherer, daß Profilierungssucht sie zu irgendwelchem Unsinn zwingt. Sobald sie aber als Männer verheiratet sind und eine Familie haben, verwandeln sie sich in zahme, überaus gastfreundliche Menschen. Und weil sie wissen, daß weder die eigenen Medien die Wahrheit sagen, noch die ausländischen, sind sie sehr neugierig zu erfahren, wie denn das Leben im Westen nun wirklich ist und was die Menschen dort von den Iranern halten.
Wäre jeder Mann im Iran ein Familienvater, wäre auch für den exponierten Reiseradler die Tour durch dieses Land ein traumhaft schönes Erlebnis. Ihr vielen jungen Iraner: Heiratet - noch jünger!