Isfahan, Iran, 10.04.2004 (64131 Kilometer)
Steppe und Strommasten machen das Landschaftsbild aus. Die Straße führt dich geradewegs zum Horizont. Dies ist ein Abschnitt der klassischen Seidenstraße. Auch heute werden auf ihr die Waren von Ost nach West und in der Gegenrichtung transportiert, natürlich nicht mehr auf Tragtieren, sondern in modernen Großraumlastwagen. Die meisten Trucks kommen aus dem Iran und der Türkei, einige aus Uzbekistan und Kazakstan.

Bei der Ausreise aus Turkmenistan wieder das typische Zeitspiel der Beamten. Alles dauert unnötig lange, immer wenn ich glaube, daß ich jetzt endlich durch bin, wird wieder etwas anderes kontrolliert. Als einer der Uniformierten eine Kladde aufschlägt, um erneut meine Personalien aufzuschreiben, fällt ein Geldschein aus den Seiten. Der Mann greift den Schein beiläufig und schiebt ihn kommentarlos in die Jackentasche.
Der Beamte, der für den Ausreisestempel zuständig ist, fragt, wie lange ich in Turkmenistan gewesen sei. Eigentlich könnte er es selbst am Einreisestempel ablesen. "Sieben Tage", antworte ich.
"Haben Sie sich nach fünf Tagen gemeldet?"
"Nein. Wo denn?"
Er nennt eine Behörde, von der ich noch nie etwas gehört habe. "Wenn Sie sich da nicht gemeldet haben, müssen Sie Strafe bezahlen."
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