Isfahan, Iran, 10.04.2004 (64131 Kilometer)
Turkmenistan weckt Erinnerungen an das Osteuropa vergangener Zeiten. Klapperige Autos aus kommunistischer Produktion auf den Straßen, hin und wieder auch ein Pferdegespann; das Antlitz der Ortschaften ist eintönig - Plattenbauten, graue funktionale Gebäude -, archaisch aussehende dreirädrige Traktoren auf den Feldern, die osteuropäischen Gesichtszüge der Menschen - das könnte auch Ungarn der 80er Jahre sein.

Aber trotzdem habe ich das Gefühl, in die moderne Welt zurückgekehrt zu sein. Nach der Reise durch das in vielerlei Hinsicht noch mittelalterliche Afghanistan erscheint mir Turkmenistan wie der Gipfel des Fortschritts. Wer aus Richtung Westen kommt, wird wohl das genaue Gegenteil empfinden.
Mit dem Anschein, schon fast zu Hause zu sein, kommt plötzlich auch so etwas wie Heimweh in mir auf. Ich stelle mir den Moment vor, an dem sich in Erlangen der Kreis dieser Erdumradlung schließt, überlege, wie es danach wohl weitergehen könnte. Diese Gedanken sind einerseits gefährlich - es muß mir bewußt bleiben, daß noch etwa 10.000 Kilometer vor mir liegen -, andererseits ist es eine glückliche Fügung: Bis vor kurzem hatte ich regelrecht Angst vor der Heimkehr. Nun wird Deutschland hingegen langsam magnetisch.
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