Isfahan, Iran, 10.04.2004 (64131 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Zeitfahren

Ich radele ihm und meinem Paß ein Stückchen entgegen, aber auf dem Rückweg zu seinem Tisch, der im Freien steht, marschiert er an mir vorbei. Dann nimmt er ein loses Blatt, um meine Daten ein zweites Mal aus dem Paß abzuschreiben. So ein Unfug. Wenn das denn tatsächlich nötig wäre, könnte er die Informationen ja auch in seiner Kladde finden.

Als er den Paß weglegt, schnappe ich ihn mir. "Moment, Moment!" ruft der Beamte, "Fünf Minuten noch."



Einer der vielen Checkpoints in Turkmenistan.

"Nix fünf Minuten!" antworte ich erbost. "Ich radele Transit hier durchs Land, die Zeit ist knapp. Ich kann es nicht schaffen, wenn das an jedem Checkpoint so lange dauert!"

Außer "Transit" wird er von diesem Wutausbruch nicht viel verstanden haben, aber er scheint beeindruckt zu sein: "Spassiva", sagt er auf Russisch - "Danke".

Eigentlich heißt es ja immer, man solle in solchen Situationen Ruhe bewahren. Das kann ich mir hier aus Zeitgründen aber nicht leisten. Überraschend, daß es manchmal auch hilft, wenn man lautstark deutlich macht, daß man sich nicht für dumm verkaufen läßt.

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