Isfahan, Iran, 10.04.2004 (64131 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Zeitfahren

Turkmenbashi, wohin man schaut. Der Weltmeister der Egomanen. Er muß wohl glauben, das Land geht unter, wenn er eines Tages nicht mehr ist. - Trotz dieses Theaters scheint der Präsident bei vielen Turkmenen aber nicht unbeliebt zu sein. Zwar sind die Löhne niedrig - ein Lehrer verdient etwa 80 Dollar im Monat -, aber dafür ist ja die Lebenshaltung günstig. Grundnahrungsmittel sind fast geschenkt, und der halbe Liter Vodka geht für 70 Pfennige über den Kaufmannstresen. Jammern tun die Menschen eher über die Korruption im Lande.




Die Offiziellen schikanierten mich schon bei der Einreise nach Turkmenistan, indem sie die Formalitäten provozierend in die Länge zogen. Zwei iranischen Lastwagenfahrer zahlten wie selbstverständlich Schmiergeld, um schneller abgefertigt zu werden. Mit viel Geduld kam ich ohne Sonderzahlung aus. Aber das Warten tat weh, da ich nur ein 7-Tage-Transit-Visum für die rund 900 Kilometer habe. Als ich endlich abgefertigt war, war der erste halbe Tag bereits vergangen.

An den Checkpoints im Lande erlebe ich nun manchmal die gleichen Verzögerungsspielchen. Extrem treibt es ein Beamter am zweiten Tag meines Zeitfahrens. Nachdem auch er demonstrativ langsam meine Daten in seine Kladde übertragen hat, nimmt er meinen Paß und sein Funkgerät und marschiert 200 Meter davon, als bräuchte er für ein Funkgespräch nach irgendwohin freie Sichtverbindung. Würde er das bei jedem machen, der hier vorbeikommt, wäre er jeden Tag etliche Kilometer zu Fuß unterwegs.

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