Isfahan, Iran, 10.04.2004 (64131 Kilometer)
Die heiße Stahlplatte ist nicht nur die Raumheizung, sondern zugleich auch der Herd, auf dem Gerard die Gerichte und den Tee zubereitet. Sie steht 40 Zentimeter über dem Boden auf Backsteinen, man muß achtgeben, daß man sich nicht die Wade an ihr verbrennt.
Daß Energie in den verschiedensten Formen kostenlos oder nahezu kostenlos ist, liegt an den überaus reichlichen Ölvorkommen Turkmenistans. Das Land ist so etwas wie das Saudi-Arabien Zentralasiens. Und seit sich der Staat von der Sowjetunion losmachen konnte, bleibt das Öl daheim. Treibstoff ist kaum teurer als Strom: Für einen US-Dollar fließen 60 Liter Diesel in den Tank. Der Liter kostet also keine drei Pfennige.

Super-Turkmenbashi macht's möglich. Eigentlich heißt der Präsident des Landes Saparmurad Nijazov, er nennt sich aber "Führer der Turkmenen": Turkmenbashi. Das mag er sich bei Mustafa Kemal Pascha abgeschaut haben, den man in Kleinasien immer noch als Atatürk - als "Vater der Türken" - verehrt. Atatürk modernisierte die Türkei und richtete sie nach Westen aus.
Der Personenkult, den der turkmenische Präsident um sich selbst inszenieren läßt, ist gigantisch. An jedem öffentlichen Gebäude hängen großformatige Turkmenbashi-Portraits, ebenso an den Tankstellen. Auf öffentlichen Plätzen steht Turkmenbashi als Statue, auch auf den Geldscheinen sieht man ihn schon zu Lebzeiten. In der freien Landschaft stellt er sich plakatwandgroß vor: Turkmenbashi lächelt dem Betrachter zu, hinter ihm sieht man Ölförderanlagen und Raffinerien. Oder: Turkmenbashi hat die Ärmel hochgekrempelt und hält dem Vorbeikommenden einen Laib Brot hin, als hätte er ihn gerade selbst gebacken.
weiter