Isfahan, Iran, 10.04.2004 (64131 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Zeitfahren

In Gerards "Kafe" ist es wohlig warm. Draußen, in der turkmenischen Steppe, ist noch einmal ein sterbender Winter eingezogen: Knapp über null Grad und Regen, fast Schnee - denkbar schlecht zum Radeln. Schnee wäre besser, weil er sich abschütteln ließe. Über die undichten Handschuhe habe ich Plastiktüten gezogen, aber trotzdem sind die Finger so klamm, daß ich einen Plattfuß nicht reparieren könnte, wenn er ausgerechnet jetzt käme.



Gerard (rechts) mit zwei Freunden in seinem Kafe.

Gerard, der Turkmene mit dem französischen Namen, führt die Verpflegungsstation bei Ücadzy, einem kleinen Ort 130 Kilometer südwestlich von Turkmenabat. Zwischen der großen Stadt und diesem Dorf gab es nichts als Steppe. Turkmenistan ist dünn besiedelt - vier Millionen Einwohner verteilen sich auf einer Fläche so groß wie Spanien.

In den für das Land typischen "Kafe's" bekommt man einfache Mahlzeiten, und man kann auf dem Boden auch übernachten. Die Wärme in Gerards kahlem Raum produziert eine Stahlplatte, unter die der 19jährige viele Drahtwindungen gewickelt hat; die beiden Drahtenden hängen direkt in der Steckdose. Umweltfeindliche Wärme, aber billige Wärme. Billig ist sie, weil Strom in Turkmenistan nichts kostet. Nichts! Strom kriegt man hier wirklich umsonst. Über Umwelt denkt da natürlich keiner mehr nach.

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