Serakhs, Afghanistan, 19.03.2004 (62613 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11   Das Schlupfloch

Ein Ausländer in Zivil kam auf dem Bürgersteig entgegen und sprach gerade in sein Handy hinein: "Wissen Sie, was hier vor sich geht?" Er schien jedoch keine Antwort darauf zu bekommen.

Das Nordwestende der Straße sperrten zwei deutsche Panzerfahrzeuge ab. Ich fragte einen afghanischen Uniformierten, ob ich fotografieren dürfe. Er willigte ein. Nachdem ich einige Male ausgelöst hatte, kam ein kanadischer Soldat herbeigerannt und befahl aufgeregt: "Löschen Sie sofort die Fotos!" Ein deutscher Soldat kam hinzu. Er wußte offenbar besser, daß die Weisungsbefugnis der alliierten Truppen beschränkt ist: "Es ist besser, wenn Sie alle Fotos löschen, die Sie hier gemacht haben", riet er mit ruhiger Stimme. "Die sind hier alle ziemlich nervös."



Deutsche Soldaten in Kabul.

Während ich an den Knöpfen des Fotoapparates herumdrückte, fragte ich den Deutschen, was denn hier los sei. Natürlich verriet er nichts. Zum Abschied wünschte er äußerst locker: "Tschüss - viel Spaß noch!" Schon um die nächste Ecke herrschte normaler Alltagsbetrieb. Im Immigration-Office konnte ich die Verlängerung meines Afghanistan-Visums beantragen. So viele Leute ich an diesem Tag auch noch befragte - von besonderen Vorfällen in Kabul wußte niemand etwas.

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