Mazar-e-Sharif, Afghanistan, 05.03.2004 (61504 Kilometer)
Bald schon beginnt wieder eine Lichterreihe. Ein turbinenartiges Geräusch wird immer lauter. Wird der Tunnel wohl doch belüftet? Dann völlig unerwartet ein erster Schimmer von Tageslicht. Der Ausgang. Der Tunnel ist nicht einmal drei Kilometer lang. Kurz vor dem Ausgang arbeitet ein Mann an einer großen Maschine. Sie steuert ein neues Belüftungssystem, das die alten Ventilatoren ersetzt. Wie ich später erfahre, haben Italiener den Tunnel vor kurzem renoviert.
Die Abfahrt wird der unangenehmste Teil der Hindukusch-Überquerung. Die vereisten Spurrinnen sind hier noch ausgeprägter, und ich muß fürchten, daß eines der von hinten kommenden Autos in mich hineinschlittert. Außerdem wird es jetzt - da die Anstrengung des Kletterns wegfällt - unangenehm kalt.

Dort, wo sich nach langer Abfahrt die Landschaft zu einem Tal weitet, beginnt wieder Siedlungsraum. In einem der ersten Dörfer spielen Jugendliche nahe der Straße Fußball. Als sie mich sehen, stürmt die ganze Gruppe wie angestachelt auf mich zu. Die haben nichts Gutes im Sinn. Zum Glück bin ich an ihnen vorbei, bevor sie die Straße erreicht haben.
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