Mazar-e-Sharif, Afghanistan, 05.03.2004 (61504 Kilometer)
Auf der Nordroute durch Afghanistan zu fahren, bedeutet, den Hindukusch zu überqueren. Die Landkarte markiert einen "Salangpaß und -tunnel" auf dem Weg nach Mazar-e-Sharif. Es sieht auf der Karte so aus, als läge der Tunneleingang bei 2600 Metern Höhe - das ist auch genau das, was eine französische UN-Mitarbeiterin mir bestätigt. Und zehn Kilometer lang sei der Tunnel.

Die Höhe wird also nicht das Problem sein, viel Schnee wird da oben nicht mehr liegen. Aber die Länge des Tunnels bereitet mir Sorge. Kriegt man in der Röhre genügend Luft? Ich werde ein Stückchen hineinradeln, aber gegebenenfalls wieder umkehren und mich von einem Laster durch den Tunnel fahren lassen müssen.
Bis zum Abend des Tages, an dem ich in Kabul aufgebrochen bin, habe ich in 2500 Metern Höhe ein Restaurant erreicht, in dem ich übernachten kann. Damit sind es morgen nur noch hundert Höhenmeter bis zum Tunneleingang. Glaube ich. Aber leider waren die Informationen ziemlich daneben. Die Straße, die inzwischen zu einer groben Piste zerfallen ist, windet sich am folgenden Morgen höher und höher. Bei 2800 Metern beginnt es zu schneien. Immer wieder führt die Piste durch kurze Galerietunnel, und besonders in diesen Tunnels haben sich vereiste Spurrinnen gebildet. Selbst beim Schieben kann ich mich kaum aufrecht halten.
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