Mazar-e-Sharif, Afghanistan, 05.03.2004 (61504 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11 | Seite 12 | Seite 13 | Seite 14 | Seite 15 | Seite 16   Hindukusch

Kabul ist so etwas wie eine sichere Insel. In den nächsten Tagen werde ich versuchen, weitere Informationen über die Sicherheitslage in den Provinzen zu bekommen; außerdem ist immer noch das leidige Thema "Iran-Visum" offen. In Delhi und in Islamabad hatten mich die Iran-Botschaften auflaufen lassen, in Islamabad hatte die Botschaft auch nach sieben Tagen nicht einmal die Antragsformulare herausgerückt.

Hier in Kabul bekomme ich nun aber das Visum innerhalb von 24 Stunden. Zwei kritische Fragen stellt der Botschaftsbeamte allerdings: Warum ich einen Monat im Iran verbringen wolle und ob ich Journalist sei. Den einen Monat begründe ich mit meinem Interesse an der persischen Kultur, die Antwort auf die zweite Frage lautet: "No, I am Computer Engineer." Am folgenden Nachmittag ist das Visum im Paß.



Kabul.

Da auf der rauhen Piste zwischen Jalalabad und Kabul der rechte Low Rider gebrochen ist, mache ich mich im Stadtzentrum auf die Suche nach Metallteilen, mit denen man den Träger schienen oder klammern kann. Nach einer Weile stoße ich bei einem der vielen Fahrradhändler auf ein buntes Sortiment von Schrauben, Muttern und Metallplättchen. Als ich mir eine kleine Auswahl zusammengestellt habe, frage ich den Mann auf Dari, einer der beiden Hauptsprachen in Afghanistan, wieviel das alles kostet. Er zögert ein wenig - es sieht so aus, als wolle er mir die Kleinteile kostenlos überlassen. Aber dann flüstert ihm sein kleiner Sohn etwas zu. Und Vater spricht es sogleich laut aus: ten dollar.

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