Mazar-e-Sharif, Afghanistan, 05.03.2004 (61504 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11 | Seite 12 | Seite 13 | Seite 14 | Seite 15 | Seite 16   Hindukusch

Während wir in einem Camp Tee schlürfen, fragen die Leute auch nach meiner Route durch das Land. Nach allen Informationen, die ich bisher einholen konnte, kommt nur der Bogen durch den Norden in Frage.



Minensucher.

Es gibt nur drei Routen durch Afghanistan, sie trennen sich im Osten in Kabul und führen bei Herat im Westen wieder zusammen: der Süd-, der Nordbogen und der Weg mitten durch das Land hindurch. Letzterer ist aber nur von Juli bis September befahrbar, weil der Schnee auf den weit über 3000 Meter hohen Pässen nicht geräumt wird. Die Südroute ist problematisch, weil sie durch die Hochburgen der Taliban führt, die sich in die Gegend um Kandahar zurückgezogen haben. Entlang dieser Strecke kommt es immer wieder zu politischen Gewalttaten. Der Chef dieses Demining-Camps erzählt, daß gerade erst gestern vier Kollegen von ihm zwischen Kandahar und Herat erschossen worden sind. Auch sie waren Afghanen. Der Haß der konservativen Kräfte in Afghanistan richtet sich nicht nur gegen Ausländer, sondern gegen alle, die beim Wiederaufbau des Landes mitwirken. Die Nordroute scheint wirklich der einzig mögliche Weg für mich zu sein.

Bis zum Nachmittag bin ich durch eine enge Schlucht, durch die sich auch der Kabulfluß windet, hinaufgeklettert zu der 1800 Meter hoch gelegenen Ebene, in der die Hauptstadt liegt. Die umliegenden Berge sind bis tief hinunter mit Schnee bedeckt, vor einer Woche hat es auch in Kabul noch geschneit.

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