Mazar-e-Sharif, Afghanistan, 05.03.2004 (61504 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11 | Seite 12 | Seite 13 | Seite 14 | Seite 15 | Seite 16   Hindukusch

Mädchen durften nicht mehr zur Schule gehen, Frauen waren gezwungen, in der Öffentlichkeit die Burqa überzuwerfen - dieses mit einem Fadengitter für die Augen versehene zeltartige Gewand, das die Trägerin wie ein Gespenst aussehen läßt -, Männer mußten Bärte tragen, die mindestens faustlang waren. Allein schon wegen all dieser Zwänge und Restriktionen war die Vertreibung der Taliban für die meisten Afghanen eine Erlösung.




"Und wie lange werden die fremden Truppen noch in Afghanistan bleiben müssen?"

"Oh, noch viele Jahre", antwortet Asim. Er überrascht mich. Ich hätte erwartet, daß man der ausländischen Soldaten nun langsam müde wird. "Wir brauchen 70.000 Polizisten und Soldaten, um Sicherheit im ganzen Land zu gewährleisten. Bisher sind erst 5.000 ausgebildet. Bis genügend eigene Truppen aufgestellt sind, wird es noch lange dauern."

Wir unterhalten uns noch lange an diesem Abend. Dann falle ich müde auf die schwere Matratze, die auf dem Boden meiner Kammer liegt. Was für ein Tag! Keine Probleme bei der Einreise, nicht die geringste Spur von Anfeindungen, selbst bei Dunkelheit habe ich mich in den Straßen Jalalabads sicher gefühlt, und dann diese freundschaftliche, aufschlußreiche Unterhaltung. Ja, ich bin happy an diesem ersten Tag in Afghanistan. Hab's doch gewußt: ist gar nicht so gefährlich hier.

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