Mazar-e-Sharif, Afghanistan, 05.03.2004 (61504 Kilometer)
Noch ein paar Tage abwarten kann ich nicht, weil das Khyberpaß-Permit - ausgestellt von einer anderen Behörde - nur für den heutigen Tag gilt. So verladen wir also schließlich das Fahrrad auf einen Pickup, der mich hinauf zur afghanischen Grenze fährt.

Schade, schade! Die Landschaft streicht jetzt viel zu schnell vorüber. Urplötzlich sind wir aus der fruchtbaren Tiefebene heraus und in wild-rauher faltiger Gebirgswelt, in der kaum noch etwas wächst. Hier und dort steht ein Fort aus britischen Zeiten auf einer Anhöhe. Überraschend viel Verkehr herrscht auf der Paßstraße, vor allem Lastwagen und Sammeltaxis sind unterwegs zwischen Peshawar und Kabul - ich hatte mir das alles wesentlich einsamer vorgestellt.
Trotz der vielen Fahrzeuge soll in dieser Gegend Gefahr lauern? Nun, es ist schon möglich. Aus den Bergen könnte man leicht ein paar Salven abschießen und sich dann durch die verzweigten Seitentäler schnell wieder zurückziehen. Unser Gunman jedenfalls nimmt seine Aufgabe sehr ernst: Als wir anhalten, weil der morgendliche Kaffee in meiner Blase drückt, steigt auch er aus und läßt mich keine Sekunde aus den Augen.
weiter