Peshawar, Pakistan, 14.02.2004 (60762 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Nach Westen. Zum Khyberpaß!

Er scheint sehr zufrieden zu sein, wieviel er heute herausgefunden hat. Als er mir das Permit überreicht, stellt er nicht einmal die Gebühren in Rechnung. Hat er es im Eifer des Gesprächs vergessen? Oder war es nun ein Freundschaftsdienst?



Auch sie sind auf dem Weg nach Kabul.

Mit dem Permit begibt man sich zum "Khyber Political Agent's Office", das den bewaffneten Begleiter stellt. Ich muß die Leute dort überreden, daß sie mich übermorgen über den Paß radeln lassen. Der Bewaffnete soll mir in einem Auto oder mit dem Motorrad folgen. Doch die Soldaten sagen, daß man mit dem Fahrrad den Paß nicht fahren kann. Zunächst behaupten sie, es sei zu steil und die Straße sei zu schlecht. Das ist natürlich dummes Zeug, aber typisch für die Region hier: Sie reden um die unangenehme Wahrheit herum. Ich erzähle von meinen Erfahrungen in Afrika und in Südamerika. Steiler und schlechter ist die Straße zum Khyberpaß bestimmt nicht.

Wir scherzen ein bißchen, das ist gut. Auch sie sind an sich sehr nett. Doch aus ihren Diskussionen, die sie auf Urdu führen, höre ich mehrmals Al Qaida heraus. Besonders der Alte ist skeptisch. Ich erkläre, wie es in Myanmar und in Saudi-Arabien mit der Begleitung funktionierte, natürlich würde ich für den Transport des Gewehrmannes zahlen. Am Ende stimmen sie zu, daß ich ein Taxi organisiere, in dem mir der Soldat folgen kann.

Über den Khyberpaß radeln - das wär' schon geil. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, daß sie es sich bis zum Sonntag doch noch anders überlegen.


ENDE

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