Peshawar, Pakistan, 14.02.2004 (60762 Kilometer)
Hauptstreitpunkt ist das Kashmir, dessen Führer während der chaotischen Aufteilung von British India 1948 in ein moslemisches Pakistan und ein hinduistisches Indien zu lange unentschieden blieb, welchem Staat er sich anschließen sollte. Pakistanische Soldaten drangen schließlich auf Srinagar vor, konnten jedoch von indischen Truppen gestoppt werden. Seitdem liegt das Gebiet unter indischer Kontrolle, wird jedoch weiterhin von Pakistan beansprucht. Die Gegend bleibt ein Pulverfaß.

Obwohl es der einzige Grenzposten zwischen Indien und Pakistan ist, dominiert an diesem Übergang normalerweise Langeweile, nur wenige Reisende wechseln täglich die Seiten. Aber ausgerechnet an diesem Tag ist eine Delegation mit dem Prime Minister des indischen Staates Punjab auf dem Weg nach Lahore zu einem Treffen mit dem Prime Minister des pakistanischen Staates Punjab. Auch diese Konferenz ein Zeichen verbesserter Beziehungen. Der Riesentroß mit zahllosen Polizeiwagen hat mich vor einer halben Stunde überholt, sogar ein Feuerwehrwagen fährt in dem Konvoi mit.
Mit dem Riesenpulk vor der Nase dauert die Abfertigung an den indischen Schaltern mehr als eine Stunde. Zum Schluß ziehen dann noch die Zöllner ihre Prozedur unnötig in die Länge, offenbar sind die Herrschaften wieder einmal auf eine "donation" aus.
Bei den Pakistanis geht dagegen alles flott und zügig. Nachdem auch der Zollbeamte nicht mehr unternommen hat, als meinen Namen und die Paßdaten in ein Buch einzutragen, fragt einer seiner Untergebenen, ob ich Alkohol dabei hätte, Whisky oder Bier. Energisch winke ich ab. Nicht etwa, daß ich Bier nicht mag - aber die Einfuhr ist ja strikt verboten. Erst als der Mann dann fragt, ob ich bei ihm Dollars in pakistanische Rupien tauschen will, verstehe ich, daß die erste Frage wohl keine zollrechtliche war, sondern im Eigeninteresse kam.
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