Neu-Delhi, Indien, 20.01.2004 (59548 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11 | Seite 12 | Seite 13   Die Grenze

Jeden Tag finden die Verbrennungen statt, rund um die Uhr. Manchmal stauen sich die Leichenträger in den Gassen, bevor sie am Manikarnika Ghat eintreffen. Sie gehen ein paar Meter in den Fluß hinein, und bespritzen den verhüllten toten Körper mit dem heiligen Wasser. Dann stehen die Bahren in Warteposition, bis wieder ein Platz frei und ein Holzhaufen zum Lodern gebracht ist.



Wieder wird ein Leichnam durch die Altstadt von Benares getragen.

Wenn der Körper verbrannt, aber noch etwas Holz übrig geblieben ist, angeln sich Kinder glühende Brocken aus dem Haufen heraus und tragen sie zu Metalleimern. Holz ist wertvoll, es kann noch im Haushalt der Eltern zum Kochen verwendet werden. Einer der jungen Arbeiter durchsucht dann den Aschehaufen und schaufelt Kohlereste in einen Eimer. Das gesammelte Material kippt er in einen großen Jutesack, der offenbar der Gemeinschaft der Leichenverbrenner gehört. Sicher sind sie nicht unglücklich, wenn sie unter dem gesammelten Material später einen Goldzahn finden oder Nasenschmuck.

Zum Schluß inspizieren Hunde die Brandstellen auf der Suche nach Eßbarem. Auch Kühe, die niemandem zu gehören scheinen, wandern zwischen den Holzhaufen umher. Über der Szene surren Papierdrachen - dies ist das ganz normale Leben in Benares.

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