Neu-Delhi, Indien, 20.01.2004 (59548 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11 | Seite 12 | Seite 13   Die Grenze

Mehrere Unfälle erlebe ich direkt. Ein dunkler Personenwagen fährt einen Radfahrer von hinten an und sucht sofort mit aggressiver Flucht das Weite. Einige der Passanten lachen über den Vorfall. In keinem anderen an sich friedlichen Land hatte ich so sehr das Gefühl, daß ein Menschenleben einfach keinen Wert hat.



Benares.

Dem ständigen Zyklus der Wiedergeburten zu entrinnen und das Nirvana zu erreichen, ist das
große Ziel des gläubigen Hindus. Diesem Ziel ist er in Benares nahe. Wer hier stirbt und dann am Ufer des heiligen Ganges verbrannt wird, hat den direkten Weg in den Himmel gefunden.

Mein Guest House liegt nahe am Manikarnika Ghat, dem wichtigsten Verbrennungsplatz am Ganges. Alle paar Minuten kommt durch die schmalen Gassen der Altstadt ein Leichenzug, der sich durch Sprechgesang vorab schon ankündigt. Vier Männer tragen auf einer Holzbahre den Leichnam, der in bunte Tücher eingewickelt und mit Blumen geschmückt ist. Die ärmeren Familien bringen die Holzscheite für die Verbrennung selbst mit, normalerweise wird das Holz aber direkt am Ganges-Ufer gekauft. Dort herrscht business as usual, auf riesigen Waagen wird das Holz abgewogen. Boote, bis obenhin vollgeladen, bringen über dem Fluß immer wieder Nachschub.

weiter

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11 | Seite 12 | Seite 13