Neu-Delhi, Indien, 20.01.2004 (59548 Kilometer)
Auch am Grenzposten bei Kalkutta erweist sich der indische Zöllner als ein korrupter Widerling. Er fragt, wieviel Bargeld ich bei mir habe, und wahrheitsgemäß gebe ich die 400 US-Dollar an, die ich in Dhaka gekauft habe. Daneben sind noch Bangladesh-Taka im Wert von etwa 50 Mark in meinem Brustbeutel. Den Brustbeutel würde der Beamte am liebsten selbst ausräumen, fordernd hat er bereits die Hand ausgestreckt.

Nachdem ich ihm mit ein wenig Sicherheitsabstand das Geld vorgezählt habe, beugt er sich zu mir heran und sagt leise: "You cannot carry the Dollars to India." - Selten habe ich an einer Grenze so einen Unsinn gehört. Ziemlich sauer ob dieser Dreistigkeit antworte ich laut: "Yes, I can! I know the rules, I have a good friend in Delhi!"
Nun redet er ein bißchen um meine Packtaschen herum. Dann kommt seine zweite, schon etwas verhaltenere Offensive: "You cannot carry the Bangladesh Taka to India." - "Kein Problem! Ich werde sie in einer der vielen Wechselstuben vor der Tür eintauschen." Ich nehme ihm meinen Paß aus der Hand und frage pro forma: "Und jetzt gehe ich zur Immigration, nicht wahr?" - Er sagt nichts weiter.
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