Neu-Delhi, Indien, 20.01.2004 (59548 Kilometer)
"Wie viele Kilometer bist du in Indien geradelt?" fragt San am ersten Abend.
"Ungefähr drei." - Es ist bitter. Ich hätte mich beim indischen Immigration Office anketten sollen, hätte mich nicht so einfach abtransportieren lassen dürfen. Aber ich hatte nie und nimmer damit gerechnet, daß Myanmar mich wieder einläßt.
Alternativen zu diesem Grenzübergang gibt es nicht, Tamu ist der einzige, der wenigstens theoretisch geöffnet ist. Ich muß von der Hauptstadt aus nach Indien oder Bangladesch ausfliegen. Über eines der beiden Telefone in Tamu habe ich derweil auch die Deutsche Botschaft informiert. Die hat beim Indischen Konsul zurückgefragt, und der bestritt, jemals einen Kommentar zur Ausreise bei Tamu abgegeben zu haben. Inzwischen wußte er sogar bestens über die Bestimmungen Bescheid. Er muß von den Grenzern hier informiert worden sein.

Als am Morgen des dritten Tages endlich das Permit für die Rückreise nach Mandalay ausgestellt ist, verschwenden wir keine Minute mehr. Innerhalb einer Viertelstunde ist alles auf den Pickup verladen. Drei Tage dauert selbst mit dem Auto die 600 Kilometer lange Fahrt zurück nach Mandalay. Von dort schnell weiter nach Yangon. Das Visum läuft ab, jeder Tag Überziehung kostet drei Dollar, und das Bargeld geht mir langsam aus. Wegen des verschärften US-Embargos kann man zur Zeit keine Reiseschecks einlösen. Geldautomaten gibt es sowieso nicht in Myanmar.
Die letzten Dollar gehen für den Flug nach Bangladesch drauf. Er dauert eine Stunde. Nach einer zweieinhalb Tausend Kilometer langen Odyssee in Dhaka angekommen, bin ich keine 400 Kilometer von dem Grenzübergang entfernt, an dem ich scheiterte.
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