Neu-Delhi, Indien, 20.01.2004 (59548 Kilometer)
Nach dieser eigenartigen Zollkontrolle kommt der Mann von der Einreisebehörde wieder herbei. Wir fahren zusammen ein paar Kilometer weiter in den nächsten Ort, wobei er mir in einem Geländewagen folgt. Im Ort ruft ein Passant "Welcome, my brother!" vom Straßenrand herüber. Schilder in Plakatgröße erklären, daß Lepra und Tuberkulose heilbar sind. Ich bin in Indien. Sie müssen mir nur noch den Einreisestempel in den Paß drücken.
Wir begeben uns auf ein ummauertes Grundstück, an dessen Ende ein Gebäude steht. Der Chef der Einreisebehörde kommt heraus, schaut sich kurz meinen Paß an und fragt nach weiteren Papieren. "Was für Papiere?" frage ich.
"Eine Genehmigung für die Reise durch Manipur."
"Man braucht nur das Visum für die Einreise, hat der Konsul in Yangon der Deutschen Botschaft ausgerichtet."
"Dann ist der Konsul falsch informiert", sagt der Mann lakonisch, der die Gewalt über den Einreisestempel hat. "Sie brauchen ein 'protected area permit'."

Also ist doch wahr, was man in einigen Reiseführern liest. Ich hatte gehofft, daß es veraltete Regelungen sind. Unglaublich, daß der Konsul die Bestimmungen für sein Land nicht kennt. "Wo kann man so ein Permit kriegen?"
"Im Ministry of Home Affairs in New Delhi."
"Lassen Sie uns dort anrufen, damit sie die Genehmigung ausstellen!" bitte ich.
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