Neu-Delhi, Indien, 20.01.2004 (59548 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11 | Seite 12 | Seite 13   Die Grenze

Wir sind in Tamu angekommen, an der indischen Grenze. Der Troß um mich herum war zum Schluß auf neun Mann angewachsen. Mr. San Win, der Guide, begleitet mich schon seit Wochen durch die Sperrgebiete Myanmars, der Pickup mit zwei Fahrern und einem Mechaniker war ebenfalls die meiste Zeit mit dabei. Die Zahl der eskortierenden Polizisten stieg jedoch erst mit der Annäherung an die indische Grenze: Fünf Uniformierte mit zwei automatischen Gewehren auf drei Motorrädern waren es zum Schluß. Das Gebiet im Nordwesten Myanmars gilt wegen der Grenznähe als überfallgefährdet. Reisen kann man hier nur vormittags, ab 12 Uhr darf man sich nicht mehr außerhalb der Ortschaften bewegen.



Zwei meiner fünf Body Guards auf dem Weg nach Tamu.

Auch die Gebiete auf der anderen Seite der Grenze sind Sperrgebiete: "restricted zones". Hoffentlich lassen mich die Inder morgen einreisen. Es gab widersprüchliche Aussagen, ob man eine spezielle Genehmigung für die nordostindischen Staaten braucht, aber der Indische Konsul in Yangon hatte der Deutschen Botschaft ausgerichtet, daß das normale Visum ausreichend sei. Und der Indische Konsul sollte die Bestimmungen ja kennen.

San versucht, noch am Nachmittag unserer Ankunft mit den Beamten auf der anderen Seite Kontakt aufzunehmen. Als er auf das Hotelzimmer zurückkommt, macht er einen unzufriedenen Eindruck. Er ist verschlossen, hat anscheinend nichts erreicht. Auf den Straßen in Tamu erzählen sich die Leute, daß es drüben auf der anderen Seite, im Staat Manipur, "operations" gebe. Offenbar kämpfen gerade wieder Regierungstruppen gegen aufständische Rebellen und gegen Banditen. Der ganze Nordosten Indiens ist seit Jahrzehnten politisch instabil.

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