Yangon, Myanmar, 14.12.2003 (57383 Kilometer)
Mandalay liegt an der Nordspitze der üblichen Touristenroute. Für mich soll es dagegen der südlichste Punkt sein, der einzige Ort mit konzentriertem Sightseeing. Wir befinden uns hier außerhalb der Sperrgebiete, San Win hat in diesen Tagen frei, ich mache mich auf eigene Faust auf den Weg durch Klöster, Paläste und Pagoden.

Heute die zweitgrößte Stadt Myanmars, wurde Mandalay erst vor 150 Jahren von König Mindon gegründet. In den rund 150 Jahren davor wechselten die Herrscher Myanmars häufig ihre Hauptstadt, meist auf Anraten ihrer Gelehrten, die empfahlen, durch einen Umzug drohendem Unheil zu entgehen. Doch all diese Hauptstädte lagen in der Umgebung des heutigen Mandalay, und so entstand hier das kulturelle Zentrum Burmas. Großspenden der Herrscher und unzählige kleine Spenden aus der frommen Bevölkerung haben vieles mit Gold bedeckt, vor allem die Dächer der bedeutendsten Pagoden in Mandalay und Umgebung.
Spektakulär ist der goldbeladene Buddha in der Mahamuni-Pagode, die am meisten verehrte Buddhafigur des ganzen Landes. Die Gläubigen stiften hauchdünne Goldblättchen, die sie entweder selbst der Statue aufdrücken oder freiwilligen Helfern anreichen, die das Gold dann aufpressen. Dieser sitzende Buddha wirkt durch die Goldlast inzwischen geradezu feist, seine Brust, die Arme und die Hände sind aufgeschwemmt. Frei bleibt nur das Gesicht, das jeden Morgen rituell gewaschen wird. Wie er kontinuierlich zunimmt, erkennt man, wenn man Bilder in Reiseführern und auf Postkarten verschiedenen Alters vergleicht. Die Schätzungen um die Goldmenge an seinem Körper schwanken zwischen "einigen Hundert Kilo" und "zwei Tonnen".
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