Yangon, Myanmar, 14.12.2003 (57383 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11 | Seite 12 | Seite 13 | Seite 14 | Seite 15 | Seite 16   Die Reisegruppe

Als mich Mr. San Win, mein Begleiter durch Myanmars Sperrgebiete in den nächsten Wochen, heute früh über die Grenzlinie zwischen China und Myanmar hinweg willkommen hieß, hatte ich das Gefühl, von einem alten Freund begrüßt zu werden. Die Chinesen in der Südprovinz Yunnan sind zwar auch durchaus freundlich, doch nur wenige besitzen die Warmherzigkeit der Südostasiaten. Und außerdem erinnerte mich San Win auch noch an Hien, meinen vietnamesischen Arbeitskollegen in Nürnberg, mit dem ich immer viel Spaß hatte.




Den chinesischen Grenzbeamten gegenüber lächelte er allerdings eher säuerlich. Der hochgewachsene Soldat, der mächtig, aber zugleich wie ein Clown auftrat, liebte es, gestenreich zu dirigieren und zu weisen. Immer wieder winkte er den kleinen Mr. San Win wie einen Diener zu sich herbei, fragte ihn etwas und schickte ihn dann wieder zurück nach Myanmar, durch das Tor, nur zwanzig Meter entfernt.

Es war deutlich zu sehen, daß diese Behandlung Mr. San Win in seinem Stolz verletzte; seine Lippen kräuselten sich, doch er machte einigermaßen gute Mine zu diesem Spiel. Er war 500 Kilometer von Mandalay hierher gereist, mit der Aufgabe, den deutschen Radler über die Grenze zu holen. Er durfte es sich mit den chinesischen Beamten nicht verderben.

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