Ruili, China, 17.11.2003 (56142 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10   Mustererkennung

War der richtige Weg zwischen Jinghong und Kunming meist leicht zu finden, gibt es im Großraum Kunming einfach zu viele Alternativen, als daß sich zielsicher eine Straße in Richtung Lijiang ausmachen ließe. Wenn überhaupt mal irgendwo ein Wegweiser steht, ist er nur in Chinesisch beschriftet. Passanten braucht man auch nicht zu fragen, denn die benutzen den Bus. Sie wissen die Nummer des Busses, jedoch nicht den Weg zu ihrem Ziel. In dem Bemühen, höflich zu sein, schicken dich manche Chinesen allerdings lieber in die falsche Richtung, als daß sie zugeben, den Weg nicht zu kennen. Taxi- und Busfahrer kennen nur Kunming und die nähere Umgebung. Es ist wirklich nicht leicht hier.

Mit etwas Glück verlasse ich die Millionenstadt dann aber doch auf der Nebenroute, die ich anvisiert hatte. Überraschend biegt die schmale Straße nach einigen Kilometern in einen vierspurigen Highway ein, der jedoch wenig befahren ist. Soll mir recht sein, es gibt sogar einen Seitenstreifen für Zweiräder.



Verfahren.

Urplötzlich geht nach zehn Kilometern der Highway wieder in eine schmale Straße über, deren Asphalt schon halb zerbröselt ist. Nicht viel weiter verwandelt sich die Bröselstraße zu einer steinigen Piste. Sie führt hinauf zu einem Plateau. Um die Richtung Nordwest einzuhalten, biege ich gelegentlich auf Nebenpisten ab, aber die enden stets in Steinbrüchen oder in kleinen Sackgassendörfern am Rande des Plateaus. Von dort hat man zwar einen schönen Blick in die umliegenden Täler, jedoch keine Straße dorthin. Ich muß auf der Hauptpiste bleiben. Die führt nach 20 Kilometern im Kreis zurück in das Dorf, in dem ich vor fast drei Stunden die buckelige Asphaltstraße verließ.

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