Ruili, China, 17.11.2003 (56142 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10   Mustererkennung

Der Hund, dieser Hund mit dem schwarzen Hintern, erschreckte mich an jenem kühlen Morgen in den Bergen Südchinas mächtig. Ein hellhäutiges Tier, eine Nummer kleiner als ein Schäferhund, irgendeine Straßenmischung. Vielleicht hat er in seinem Leben noch niemals einem Menschen etwas zuleide getan. Er mag immer brav und artig gewesen sein, freundlich mit dem Schwanz gewedelt haben. Aber jetzt, in diesem Zustand, war er erschreckend.




Der Hintern des Hundes war schwarz, weil er direkt über das offene Feuer gehalten wurde. Der Hund war so steif, als hätte ihn der Mann, der ihn über das Feuer hielt, gerade eben erst aus einer Gefriertruhe geholt. Der Hintern war nach unten, der Kopf steif nach oben gerichtet, alle vier Beine vollkommen gerade vom Körper abgestreckt. Mit seinerseits gestreckten Armen begann der Besitzer, dieses starre Stück Fleisch nun zu rösten. Ein paar andere Männer standen um das Feuer herum und plauderten gelassen.

Ein Schaf, ein Schwein, von mir aus auch eine Ratte hätten über dem Feuer braten können, ohne daß es mich besonders berührt hätte. Aber ein Hund - ein Hund ist etwas anderes. Das Verhältnis zwischen Mensch und Hund ist doch zumindest in unserem Kulturkreis ein eher vertrauliches.

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