Dali, China, 01.11.2003 (55641 Kilometer)
Sehr speziell sind auch die Fingerzeichen, mit denen Zahlen angezeigt werden. Die Chinesen kommen bis zur "Neun" mit nur einer Hand aus. Eins bis fünf sind ähnlich wie bei uns, wenn auch bisweilen andere Finger in Aktion sind. Die Sechs wird dann mit dem Daumen und dem kleinen Finger angezeigt, für die Sieben werden die Spitzen von Daumen und Zeigefinger zusammengepreßt. Im Schattenspiel würde man einen Vogelstrauß erkennen. Die Neun ist ein abgewinkelter Zeigefinger. Abenteuerlich ist die Acht: der Daumen und der Zeigefinger. Es könnte also passieren, daß du zwei Bier bestellen willst, aber acht kriegst.

Zeichensprache funktioniert also nicht richtig. Doch Englisch spricht ja auch praktisch niemand. Selbst auf Banken und Postämtern in den großen Städten kann man sich nicht darauf verlassen, daß sich ein englischsprechender Beamte finden wird. Und diese Sprachbarriere ist es offenbar, die bei dem ein oder anderen Chinesen zu Berührungsängsten führt.
Andererseits sind selbst diejenigen, die gleich einen Schritt zurückweichen, wenn man mit einer Frage auf sie zuschreitet, in ihrem Innersten extrem neugierig. Droht ihnen keine Frage, kommen sie hemmungslos herbei, und dann stehen sie in ganzen Gruppen um mich herum, um jede Handbewegung genau zu beobachten.
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