Dali, China, 01.11.2003 (55641 Kilometer)
Nun, China ist groß. Hier im Süden, in Yunnan, kann ich mich über mangelnde Aufmerksamkeit jedenfalls nicht beklagen. Viele Männer rufen mir im Vorfahren ein freundliches "Hello!" zu, das allerdings äußerst weich klingt und tatsächlich ziemlich schwul herüberkommt. Das scheint jedoch allein daran zu liegen, daß auch Mandarin, ihr "Chinesisch", eine tonale und daher sehr melodische Sprache ist.

Wie in Thailand, Vietnam und Laos ist also auch die Verständigung in China sehr schwierig. "Pidschjú" - Bier (ein sehr wichtiges Wort) - verstehen sie nur, wenn man am Ende des Wortes die Stimme hebt. Als ich es einmal falsch aussprach, zeigten sie mir den Weg zum öffentlichen Klo. Und ganz im Süden, in der Region Xishuangbanna, sprechen sie einen Dialekt, in dem es "pschidschjú" heißen muß - "pidschjú" ist für sie ein Fremdwort.
Aber man kann sich doch mit Handzeichen verständigen, die sind doch international! Sollte man glauben. Doch in China ist irgendwie alles anders. Wenn sie "wieviel kostet das?" nicht verstehen, weil du es wahrscheinlich wieder falsch betont hast, dann reibst du einfach mit dem Daumen über Mittel- und Zeigefinger. Diese Geste kennt man eigentlich überall auf der Welt. Nicht jedoch hier, hier schauen sie dich nur fragend an. Wenn ich den Zeigefinger ans Auge lege, um zu sagen, daß ich das Zimmer einer Herberge gern erst einmal anschauen würde, dann meinen sie, ich bräuchte ein Zimmer mit einem Fernseher. Das passierte mir wirklich mehrmals.
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