Kunming, Laos / China, 15.10.2003 (54817 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Schlangenlinien

Der gut 200 Kilometer lange Abschnitt zwischen Vang Vieng und Luang Prabang gilt als nicht ganz sicher. Man bewegt sich hier in sehr bergiger Landschaft, und wie Myanmar hat auch Laos seine Probleme mit den Hill Tribes, den Bergvölkern, die sich von der Regierung unterdrückt und in ihren traditionellen Rechten eingeschränkt fühlen. Besonders Waffenschmuggel und Drogenanbau wollen die Regierungen - zumindest offiziell - bekämpfen. Bis in die 90er Jahre waren viele Gebiete im Norden von Laos für Ausländer gesperrt oder nur mit einer speziellen Genehmigung zu bereisen.



Junge Soldaten patrouillieren entspannt auf dem überfallgefährdeten Abschnitt zwischen Vang Vieng und Luang Prabang.

Im Februar dieses Jahres überfielen Männer des berüchtigten Hmong-Volkes einen Bus und töteten 14 Menschen, unter ihnen zwei Touristen. Seitdem wird von den westlichen Botschaften wieder vor der Reise durch dieses Gebiet gewarnt. Andererseits sind aber die Sicherheitskräfte hier verstärkt worden, so daß ich keinen Grund sehe, das Fahrrad für diese Etappe auf einen Bus zu verladen.

Etwas mulmig wird mir dann allerdings doch, als dort, wo der lange Anstieg in die Berge beginnt, in einer Kurve sechs Bewaffnete entgegenkommen. Nur zwei von ihnen tragen Tarnanzüge, die anderen sind in Zivil. Sie haben Schnellfeuergewehre auf dem Rücken. Gehören sie zu den Guten oder zu den Bösen? - Sie unterhalten sich rege, während sie marschieren. Auch als sie mich wahrnehmen, unterbrechen sie ihre Unterhaltung nicht. Nur ein kurzer, freundlicher Gruß, als sie mich passieren. Das müssen die Guten sein.
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