Vang Vieng, Vietnam/Laos, 10.09.2003 (53102 Kilometer)
Ganz offiziell gibt es schon längst unterschiedliche Bus-, Bahn- und Flugtickets für Vietnamesen und für Touristen. Für einen Inlandsflug zahlt der Besucher den doppelten Preis, für die Bahnfahrt sogar den dreifachen. Hotels versuchen es auch mit dem doppelten Tarif, gehen aber meist sofort runter, wenn man auf dem Hacken kehrtmacht. Bei Eintrittspreisen wiederum läßt sich nicht verhandeln. Vor der Zitadelle in Hue gibt es zwei Tore: Links kostet der Eintritt 15.000 Dong, rechts 55.000 Dong. Natürlich gehe ich links rein. Aber da lassen sie mich nicht durch. Nur weil ich nicht vietnamesisch aussehe. Den rechten Eingang nehme ich nicht, sondern boykottiere. - Wie wäre es in Rothenburg ob der Tauber mit einem kostenpflichtigen Stadttor für Amerikaner, Japaner, Schweizer und Saudis und einem freien Stadttor für alle anderen?

Genügend Touristen sagen sich: Was soll's - ist doch immer noch saubillig. Wer jedoch mit einem gewissen Stolz nach Vietnam kommt, der es verbietet, sich zum dukatenscheißenden Deppen machen zu lassen, der hat hier eine harte Zeit.
Auf dem Weg nach Hue riskierte ich nur ein einziges Mal, in einer Garküche nicht vorher nach dem Preis zu fragen. Ich ließ mir eine bunte Mischung zusammenstellen und es einfach mal drauf ankommen. Während ich auf das Essen wartete, schäkerte ich mit den Kindern, zog Grimassen, freundete mich mit ihnen an - beste Voraussetzungen eigentlich, nicht abgezockt zu werden.
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