Vinh, Vietnam, 23.08.2003 (52344 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Hohe Hotels und laute Laster

Dieses Gekreische, das selbst nachts nicht aufhört, würde jeden normalen Menschen veranlassen, von der Hauptstraße wegzuziehen. Ihr Anwohner - warum habt ihr nicht stets einen Eimer mit Wasser neben euch stehen, das ihr sofort in die Fahrerkabine schüttet, wenn wieder einer dieser Idioten sich den Weg mit dem unerträglichen Lärm bahnen will? Nach einer Weile werden die LKWs vielleicht nur noch mit geschlossenen Seitenfenstern durch die Orte fahren. Wenn sie dann immer noch hupen, müßt ihr ihnen mit dicken Steinen die Windschutzscheiben einschmeißen.

Sie hören mich nicht. Sie würden mich auch nicht verstehen, wenn ich diese Gedanken wirklich aussprechen würde. Sie sitzen da und erdulden stumm diesen Krach. Er scheint gottgegeben zu sein. Wahrscheinlich wissen sie gar nicht mehr, daß es auch ein Leben in Ruhe gibt.




Kurz vor Hué lerne ich Fred aus Frankreich kennen. Er ist von Malaysia bis hierher geradelt. Durch Vietnam will er jetzt nur schnell hindurch, hinaus nach China. Was ihn neben diesem Lärm auch nervt, sind die immer gleichen Fragen der Vorüberfahrenden. Die Jugendlichen kennen auch nach mehreren Jahren Englisch-Unterricht nur ein Set von drei, vier oder fünf Standardfragen. Das scheint daran zu liegen, daß auch die Lehrer kaum mehr beherrschen.

"Ich habe beschlossen, nur noch Fragen zu beantworten, die mir bisher noch nicht gestellt worden sind", sagt Fred. Er hat noch ca. zwei Wochen Vietnam vor sich. Aber er wird wohl auf keine Frage mehr antworten müssen.


ENDE

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