Vinh, Vietnam, 23.08.2003 (52344 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Hohe Hotels und laute Laster

Die Bücher sind Raubkopien. Daß Musikkassetten, Musik-CDs und Video-CDs kopiert werden, daß Adidas- und Lacoste-Sticker auf billige Kleidungsstücke genäht werden, ist in vielen Teilen der Welt üblich. Aber vervielfältigte Bücher inklusive der farbigen Hochglanzbilder? Sie sind gut gebunden, und man muß schon genauer hinschauen, um sie als Kopie zu entlarven. Die Preise liegen etwa bei der Hälfte des Originals.

Sogar die Pepsi, die es an den kleinen Verkaufsständen überland gibt, scheint mir mitunter eine Heimabfüllung zu sein. Wenn man in Saigon farbige Bücher kopiert, kann man auf dem Lande auch Kronkorken wieder gradeklopfen und recyceln. Der Verdacht kommt mir jedesmal, wenn die Pepsi nach Sarsi schmeckt, diesem Getränk, daß tatsächlich so ähnlich heißt wie die Lungenkrankheit. Auch Sarsi ist dunkel, jedoch wesentlich billiger als Cola. Es schmeckt, wie die durchblutungsfördernde Salbe Finalgon riecht.



Vietnam - endlich mal genaue Distanzangaben! Nicht Pi mal Daumen wie in Europa...

Das Radeln durch Vietnam ist alles andere als ein Vergnügen. Es ist dieser unglaubliche Krach auf den Straßen, der einem den Spaß verdirbt - dieses ewige Hupen. Das ist kein Hupen wie in anderen Ländern. In Vietnam hupen Mopeds wie Autos, Autos hupen wie Lastwagen, Lastwagen hupen wie eine Eisenbahnlok. Nur viel schriller, kreischend, scharf und spitz. Sie stechen förmlich in den Hörnerv. Und das ist Absicht, die Leute haben ja nicht die serienmäßigen Hupen in ihren Fahrzeugen. Es muß irgendwann eine Art Hochrüstung stattgefunden haben, die das alles soweit getrieben hat. Vollkommen unnötig. Aber würde heute ein Lastwagen in Vietnam hupen wie ein Lastwagen in der Schweiz, würde man ja denken, es kommt ein PKW oder vielleicht sogar nur ein Moped.

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