Vinh, Vietnam, 23.08.2003 (52344 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Hohe Hotels und laute Laster

Das hört sich selbst für ein Land in diesem Winkel der Erde etwas verrückt an. Ein Mopedtaxifahrer, dessen Heimathafen vor dem Hotel liegt, hat denn auch eine etwas andere Version parat: "Nein - wer sich jetzt zehn Stockwerke genehmigen lassen will, muß vorher ganz abreißen und ein solideres Fundament bauen. Die jetzigen Fundamente sind für diese Höhe nicht geeignet."



Besenhändlerinnen auf dem Weg zum Markt.

Wie schade um das schöne Zimmer da oben! Ich ziehe ein paar Türen weiter in ein älteres Gebäude mit nur fünf Stockwerken. An vielen neueren Hotels stehen Schilder: Geschlossen. Tien und seine Frau Thuy sind ganz überrascht, wie sich dieser Stadtteil verändert hat, als sie mich am Nachmittag besuchen. Tien ist der Bruder meines Arbeitskollegen Hien in Deutschland. Wie Hien, haben auch Thuy und Tien in Erlangen studiert, er Informatik, sie hat in Geographie promoviert. Nach dem Studium sind sie nach Saigon zurückgekehrt. Die beiden wohnen weit außerhalb am Stadtrand und sind in dieser Gegend schon lange nicht mehr gewesen. Sie hat sich zu einer Art Touristen-Ghetto entwickelt, zum Stadtviertel der Rucksackreisenden.

In vielen großen Städten Südostasiens gibt es diese Ghettos, in denen das große Zimmerangebot die Preise niedrig hält. Auch sonst ist die Infrastruktur ganz auf die Bedürfnisse der Reisenden ausgerichtet: Es gibt unzählige Internet-Cafes, Bars und Restaurants, die westliche Gerichte anbieten und fast rund um die Uhr raubkopierte Video-CDs abspielen, es gibt Buchläden mit Reiseführern, neu, gebraucht und auch zum Tauschen.

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