Vinh, Vietnam, 23.08.2003 (52344 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Hohe Hotels und laute Laster

Sie ist offen. Die Grenze zwischen Kambodscha und Vietnam ist wirklich offen - auch am Tag der brisanten Parlamentswahlen in Kambodscha. Ich hatte gefürchtet, sie würden vielleicht - wie damals die Bolivianer, als Bolivien wählte - die Grenzen für einen oder mehrere Tage dicht machen. Doch es herrscht ganz normaler Betrieb.



Kambodschas Nationalstraße 1 hat in der Regenzeit eine theoretische und eine wirkliche Breite.

Die Herren auf der Kambodscha-Seite sind gelassen und ausgesprochen freundlich. Sie fragen nach meiner Reiseroute und laden mich sogar zum Mittagessen ein, was ich jedoch höflich ablehnen muß, da ich im letzten Dorf meine verbliebenen Riel für eine reichliche Mahlzeit auf den Kopf gehauen habe. Endlich gab es mal wieder einen Stand mit Nudelgerichten. An den Buden entlang der dünnbesiedelten Nationalstraße 1 hatte es immer nur diese eigenartigen Eier gegeben, die stundenlang - wenn nicht sogar den ganzen Tag lang - vor sich hinkochen. Und diese Eier sind halb ausgebrütet! Wenn man sie öffnet, sieht man zunächst etwas Schwarzes, was sich bei näherer Betrachtung als Kükenembryo entpuppt. Mitunter mußte ich an eine Abtreibung denken, wenn ich den Embryo herauslöffelte. Er ist nahezu geschmacklos. Darunter kommt das Eigelb zum Vorschein, das normal aussieht und auch normal schmeckt. Als letztes macht man sich an das Eiweiß, das nach dem langen Kochen so hart ist, daß es kaum herauszulösen ist. Es ist so fest, daß sich Bremsgummis daraus schnitzen ließen.

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