Saigon, Vietnam, 03.08.2003 (50741 Kilometer)
Die weite Ebene Thailands setzt sich im Westen Kambodschas fort. Unendlich erscheinende, leuchtend grüne Reisfelder, darin ab und zu auf Pfählen stehende Hütten oder Unterstände. Die Dörfer sind weit gestreut. Die nördliche Hauptstraße durch Kambodscha ist hier nur eine Piste, streckenweise so rauh, daß ich nur Schritttempo fahren kann. Auffallend viele andere Radler sind unterwegs, der Anteil an Mopeds ist im armen Kambodscha noch nicht so hoch wie in Thailand.

In dieser Ebene - allerdings nicht in offener Landschaft, sondern umgeben von urtümlichem Wald - liegt Angkor, eine weltweit einzigartige Ansammlung von Tempeln und anderen sakralen Bauwerken. Sie entstanden in der Blütezeit des Khmer-Reiches zwischen dem 9. und dem 14. Jahrhundert und zählen zu den großartigsten Beispielen menschlicher Baukunst.
Viele Tempel haben sehr entfernt Verwandtschaft mit Pyramiden: Sie bestehen aus mehreren Hauptebenen, die sich nach oben hin verjüngen. Wie bei den Pyramiden wundert man sich, wie mit den damals verfügbaren Werkzeugen die gewaltigen Steinquader in derartige Höhen bugsieren werden konnten. Auch hier hält alles nur aufgrund der Schwerkraft zusammen, Mörtel oder ähnliches wurde nicht verwendet.
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