Saigon, Vietnam, 03.08.2003 (50741 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11   Im Land der Khmer

Wer vor Schwäche auf dem Feld umfiel oder wegen einer Krankheit nicht funktionierte, wurde exekutiert. In Internierungslagern kerkerten die Roten Khmer jeden ein, der nur im Verdacht stand, regierungskritisch zu sein. Es reichte eine Brille, um sich verdächtig zu machen, ein Intellektueller zu sein. Folter und Massenhinrichtungen waren der Alltag. Um Munition für den Krieg zu sparen, erschlugen die Hinrichtungskommandos ihre Opfer. Nach außen drangen zu jener Zeit wenig Informationen über die Vorgänge im Lande - Kampuchea, wie es jetzt hieß, war praktisch vollkommen vom Rest der Welt isoliert.

Nach vierjähriger Schreckensherrschaft, während der ein bis zwei Millionen Kambodschaner starben, wurden die Roten Khmer von den Vietnamesen nach Westen vertrieben. Doch von den Dschungelgebieten an der thailändischen Grenze aus führten sie den Widerstand gegen die neue, vietnamesisch gestützte Regierung fort. Obwohl die Greueltaten der Roten Khmer inzwischen in der Weltöffentlichkeit bekannt waren, erhielten sie weiterhin Unterstützung von Thailand und China und wurden als die legitimen Machthaber Kambodschas angesehen.



Die Ruinen von Angkor - geheimnisvoll lächeln steinerne Gesichter aus den Türmen des Bayon-Tempels.

Erst 1993 konnten die Kämpfe durch ein Friedensabkommen in Paris beendet werden. Es folgten instabile Koalitionen und gelegentliche kleinere Coups. Die allgegenwärtige Korruption hemmt Kambodschas Fortschritte auch weiterhin. Man übt sich nach außen hin in Demokratie, doch jede Wahl birgt die Gefahr des Bürgerkriegs, wenn die gewohnten Machtstrukturen durch die Wahl nicht bestätigt werden.

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