Saigon, Vietnam, 03.08.2003 (50741 Kilometer)
Phnom Penh - es schaudert ein wenig, wenn dieser Name ausgesprochen wird. Wenn in meiner Jugendzeit der Satz eines Nachrichtensprechers mit "Phnom Penh" begann, dann folgten nur Schreckensmeldungen. Anfang der 70er-Jahre drangen im Zuge des Vietnamkrieges Amerikaner und Südvietnamesen auch auf kambodschanisches Gebiet vor, um kommunistische Lager zu bekämpfen. Sie drängten damit jedoch nur die kambodschanischen Roten Khmer ins Landesinnere, die im April 1975 schließlich schafften, was niemand für möglich gehalten hatte: Sie nahmen Phnom Penh ein.

War vorher das Leben der Kambodschaner schon schwer genug gewesen, so wurde es jetzt zur Hölle. Die Roten Khmer trieben die Menschen aus den Städten hinaus aufs Land, wo sie zur Arbeit auf den Feldern gezwungen wurden. Die Sklavenarbeiter produzierten mehr Reis, als Kambodschas Bevölkerung brauchte, mußten aber dennoch von einer Handvoll Reiskörner am Tag leben, da mit den Überschüssen Waffen für den Krieg der Roten Khmer gegen Vietnam bezahlt wurden.
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