Saigon, Vietnam, 03.08.2003 (50741 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10 | Seite 11   Im Land der Khmer

Bangkok hieß eigentlich nur früher Bangkok: Es war das "Dorf der grünen Pflaumen" und damals noch längst nicht ein solcher Moloch wie heute. Die Stadt war von zahllosen Kanälen durchzogen, viele Reisende verglichen sie mit Venedig. Die meisten dieser Kanäle wurden jedoch zugunsten des Straßenbaus nach und nach zugeschüttet. Als zwei Dimensionen nicht mehr reichten, kamen Hochstraßen und -bahnen hinzu, die nun die Wege und Straßen darunter verdunkeln. Thailands Hauptstadt ist inzwischen bekannt für die unzähligen Fahrzeuge, die sich als zähflüssige Masse durch die Verkehrsadern drängen und die Luft verpesten. Wer sein Geld in diesem Gewühl verdienen muß - etwa als Mopedtaxifahrer, als Polizist oder Straßenfeger - trägt eine Atemschutzmaske. Thailands Hauptstadt heißt bei Einheimischen heute Krung Thep, ein ziemlich verklärender Name: "Stadt der Engel".



Vater und Sohn kleben hauchdünne Goldplättchen auf die Zehennägel einer riesigen Buddha-Statue.

In Bangkok erwischt mich zum ersten Mal auf dieser Reise eine ernstere Krankheit. In den letzten drei Jahren hatte ich nur ganz gelegentlich etwas Fieber oder ein Erkältung - niemals so schwer, daß ich nicht hätte weiterradeln können. Diesmal steigt das Fieber bis auf 39 Grad, dazu gesellen sich Kopf, Gelenk- und Halsschmerzen. Die Krankheit selbst ist zwar lästig, beunruhigt mich jedoch weniger. Malaria kann es kaum sein, weil das Fieber konstant und wohl auch nicht hoch genug ist, außerdem fehlt der Schüttelfrost. Für SARS fehlen Husten und Kurzatmigkeit. Sorgen macht mir eher die SARS-Kontrolle an der Grenze zu Kambodscha, keine zwei Radeltage entfernt. Dort stecken sie mich doch sofort in Quarantäne, wenn sie Wind von dem Fieber kriegen!

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