Bangkok, Thailand, 13.07.2003 (49494 Kilometer)
Dennoch wird es ein monatelanger Kampf mit ungewissem Ausgang werden. Ich teile meine Wünsche mit - ganz grob nur, um bloß nicht den Weg zu verbauen: überland, von Ost nach West, egal, ob von Thailand oder China, egal, ob nach Bangladesh oder Indien -, sie müssen bei den Ministerien nachfragen, ob diese Wünsche realisierbar sind. Sie werden mir mitteilen, daß die Durchquerung nur mit einem Führer möglich ist, der mich täglich begleitet. Und nur von China aus kann ich einreisen. Das ganze ist nicht billig, doch sie geben mir einen wirklich großzügigen Nachlaß, als ich darauf hinweise, daß dies eine Etappe auf einer 70.000-Kilometer-Weltexpedition ist.

Kurz darauf werden sie mir jedoch mitteilen, daß die Durchreise an den letzten Kilometern kurz vor der indischen Grenze scheitert: Straße zu schlecht und vor allem zu unsicher. Bei "unsicher" verstehe ich zunächst "Rebellen", aber sie meinen "Tiger". Nur wenn ich nach Thailand ausreise und zwischendurch fliege, können sie eine Route anbieten. - Nein, das ist die falsche Richtung! Ich will doch nach Hause, nach Deutschland, nach Westen! - Sie finden schließlich doch einen Weg bis zur indischen Grenze, werden mich durch einen weiten, wildreichen Wald auf 170 Kilometern durchgehend eskortieren. Gratis und wirklich nur ausnahmsweise - wegen des besonderen Charakters dieser Tour.
Aber jetzt muß auch Indien noch mitspielen. Die Gebiete ganz im Osten Indiens sind "restricted zones". Eine Behörde in Neu Delhi muß die Sondergenehmigung für die Einreise aus Myanmar in die Provinz Manipur ausstellen. Wenn die Inder jetzt bocken, waren die monatelangen Bemühungen um die Myanmar-Durchquerung umsonst.