Bangkok, Thailand, 13.07.2003 (49494 Kilometer)
Auch aus der Sicht des Radlers ist Thailand ein angenehmes Reiseland. Die Straßen sind zum Radfahren bestens geeignet - der Asphalt ist glatt wie auf deutschen Straßen, und außerdem gibt es für Mopeds und Fahrräder breite Seitenstreifen, die für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Autos und Lastwagen sorgen. Landschaftlich ist besonders der Süden abwechslungsreich, der schmale Landstreifen, der wie ein Finger nach Indonesien zeigt. Man kommt immer mal wieder direkt an die Küste, dazwischen liegt Hügellandschaft, oft mit Karstbergen und -felsen in bizarren Formen. Der Weg führt durch Palmenwälder und vorbei an zahllosen Kautschukplantagen, in denen die Bäume in Reih' und Glied dicht beieinanderstehen. Die Stämme sind spiralförmig eingekerbt, unten fließt dann der Milchsaft in kleine Schalen. Überall am Straßenrand hängt Rohkautschuk in Form von Matten in der Sonne.

Ab und zu weht der schwer-süße Duft der Jackfrucht aus einem Garten oder von einem Obststand auf die Straße hinüber. Ein Schmetterling flattert vorbei, so groß wie eine erwachsene Hand. Zahllose Schlangen sehe ich, die meisten plattgefahren, manche über die Straße huschend. Als ich eine fette, fast zwei Meter lange Schlange überfahren daliegen sehe, überlege ich, was wohl passiert, wenn ich mit dem Fahrrad eine Schlange überrolle, die gerade aus dem Gebüsch schießt, ohne vorher nach rechts und nach links zu schauen. Wird sie sich blitzschnell hochwinden und in den Unterschenkel beißen? Nur Minuten später erkenne ich etwas sehr zierliches am Straßenrand. Ein schnürsenkeldünnes Band, hellgrün wie frisches Gras. Es ist tatsächlich eine Schlange. Sie hat den Kopf hochgestellt und züngelt. Das alles sehe ich aber erst, als mein Fuß schon direkt neben ihr schwebt. Sofort ziehe ich ihn von der Pedale hoch. Nach ein paar Metern bleibe ich stehen - auch sie muß sich erschrocken haben, sie ist verschwunden.
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