Ao Nang, Thailand, 18.06.2003 (48457 Kilometer)
Die etwas ältere Dame vom Gesundheitskomitee redet die ganze Zeit auf mich ein: ob ich mich WIRKLICH gut fühlte, ob ich kein Fieber hätte. - Sehe ich nach den paar Kilometern durch Singapur denn so abgekämpft aus? Nun stellt sie Fragen nach dem Wohin und Woher, aber die Antworten interessieren sie gar nicht. Ich bin sicher, sie will nur checken, ob meine Stimme nicht ein wenig belegt klingt.
Doch selbst wenn ich mich angesteckt hätte, wären die Symptome jetzt noch nicht zu spüren. Ich war nur zwei Tage in Singapur, um durch die Elektroniktempel zu wandern und nach Schnäppchen Ausschau zu halten. Dem üblichen Rat, Menschenmassen meiden, um SARS aus dem Wege zu gehen, konnte man in diesen markthallenartigen Gebäuden allerdings nicht folgen. Trotzdem lief nicht ein einziger dort mit einer Schutzmaske umher.

Mit der Lungenkrankheit scheint man es in Singapur nicht so eng zu sehen wie in den Ländern, die weniger betroffen sind. Als ich bei der Einreise im Hafen von Singapur das SARS-Formular nicht schnell genug ausgefüllt hatte, verzichteten die Beamten mit einer abwinkenden Handbewegung auf das Papier. Dabei steht darauf, daß die Nichtabgabe 5000 Mark Strafe kostet.
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