Jakarta, Indonesien, 1.5.2003 (45403 Kilometer)
Bezogen auf die Einwohnerzahl ist Indonesien das viertgrößte Land auf dem Globus. Die meisten Bewohner konzentrieren sich auf Java. Diese Insel ist extrem dicht besiedelt, mehr als viermal so dicht wie in Deutschland. Auf einem Quadratkilometer leben auf Java knapp 1000 Menschen. In Australien sind es gerade mal 2,5 Einwohner pro Quadratkilometer.

Der Straßenverkehr auf Java wirkt auf den ersten Blick absolut chaotisch. Ein einziges Durcheinander, in dem nur zufällig die meisten Menschen zu überleben scheinen. Unzählige Mopeds und Motorräder wuseln überall umher, nicht selten sitzen drei erwachsene Männer darauf oder vierköpfige Familien. An den Ampelkreuzungen drängeln sich die Zweiräder ganz nach vorn durch und warten dort in einem Riesenpulk auf das Startsignal. Wenn die Masse das Nahen dieses Momentes ahnt, beginnt das Spiel mit dem Gasgriff. Wenn dann endlich Grün aufleuchtet, heulen die Motoren auf wie beim Start zu einem Rennen. Dieses Rennen dauert allerdings nur ein paar Hundert Meter, bis an der nächsten Kreuzung die Straßen wieder zugestopft sind.
Autos, Lastwagen und vor allem Busse überholen nach Belieben, als wären Bergkuppen durchsichtig und Kurven immer frei. Wo es keine Ampeln gibt oder sie nicht beachtet werden, scheint die Vorfahrtsregel so verhandelbar zu sein wie die Preise auf dem Markt. Aber irgendwie funktioniert es trotzdem, und zwar völlig ohne gegenseitige Anpöbelei. Essentiell ist das signalisierende Hupen als akustisches Positionssignal. Es hilft wirklich enorm bei der Navigation in dieser wilden Strömung.
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