Candidasa, Indonesien, 09.04.2003 (43785 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Kuta - ein halbes Jahr danach

Eine benachbarte Bude bietet nur 5350. Dort sieht auch alles seriöser aus: Es gibt einen richtigen Schalter, und man kann hier außerdem internationale Telefongespräche führen. Der Trick ist dennoch wieder der gleiche. Der Knabe hier läßt sogar gleich 100.000 der knapp 700.000 hinter den Tresen fallen. Ich verabschiede mich mit einem "Forget it!"

Der nächste Versuch in einem Musikgeschäft. Kurs: 5425. Also gut 700.000. Sie machen sieben Stapel aus 20.000ern. Wie sie es schaffen, daß nur 580.000 übrigbleiben, sehe ich nicht, obwohl ich jetzt natürlich aufpasse wie ein Luchs. Nachdem ich gezählt habe, moniere ich. Der Junge tippt wild auf dem Taschenrechner herum, auf dem eben noch die Summe von 705.250 stand. Jetzt kommt er plötzlich nur noch auf 630.000. Als ich ihm die 705.250 vorrechne, behauptet er frech, daß ich nur den Kurs für "small money" bekäme.



Wenn du dich hier nicht bescheißen läßt, wirst du nicht bedient!

Auf dem Weg zu einer ordentlichen Wechselstube probiere ich es am nächsten Tag noch zweimal bei kleineren Dealern. Der erste zieht auf seinem Taschenrechner sechs Prozent ab, als er sieht, daß ich genau zähle und die Scheine gleich zu mir heranziehe. "Six percent - provision!"

Der nächste rechnet 699.000 auf seinem Taschenrechner aus. Hinblättern tut er mir dann mit großzügiger Gestik aber nur 609.000. Als ich beanstande, sagt er nur: "Commission!"

In der seriösen Wechselstube wechseln sie dann immerhin auch zum Kurs von 5300. Ohne zu mogeln, und es gibt sogar eine Quittung. Die kleinen Buden werben mit ein paar Prozent mehr. Aber wer immer dort getauscht hat, ist beschissen worden - hundertprozentig.


ENDE

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